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Aschenputtel 2001Von "Bluesy" Aschenputtel wurde sicher nicht mit diesem Namen geboren. Sie wird anders geheißen haben. Auch über ihre Mutter weiß man nur, dass sie gestorben ist. Ihr Vater hat neu geheiratet und ist dann auch gestorben. Jetzt war Aschenputtel mit ihrer Stiefmutter und zwei Stiefschwestern allein. Und hieß jetzt Aschenputtel, weil sie wohl immer staubig und grau von der Arbeit aussah, die sie den ganzen Tag für ihre Familie erledigen musste. Das machte sie so gut, dass sie es immer weiter machen durfte. Die dumme Gans! Sie hätte nur ein paar mal über den Eimer vom Klo fallen müssen und schon hätten die anderen eingesehen, dass sie dafür zu blöd war. Aber nein: sie war perfekt! Deshalb durfte sie immer schön weiter putzen und blieb das Aschenputtel. Sehr vorteilhaft für ihre Stiefschwestern. Die konnten den ganzen Tag sich selbst putzen. Das hatten sie aber auch nötig. Sie waren spindeldürr. Eher der anorexische Typ. In jeder Ecke ein Knochen. Mit Hakennase und Händen wie Spinnenbeine. Auch vom Charakter her eher herb. Wie ihre Mutter halt. Und dumm wie Bohnenstroh. Aschenputtel war das genaue Gegenteil. Unter der Haube kurze blonde Haare und lustige Augen. Etwas pummelig, mit schweren Brüsten und großen Warzenhöfen, was man auch durch die derbe Arbeitskleidung noch sehen konnte. Sie war nicht sehr groß aber kräftig. Ihre Beine waren stark und gerade und standen fest auf dem Boden. Die Schenkel weich und einladend, und der Bauch war flach. Eine übermächtige Konkurrenz für die Schwestern. Aber sie musste ja den ganzen Tag putzen. Und dann kam eines Tages die Einladung vom König. Nicht speziell an die Schwestern sondern ganz allgemein gehalten. Der König wollte alle heiratsfähigen Frauen seines Reiches sehen, damit sein Sohn sich eine aussuchen könne. Wie bei einem Viehmarkt. Würde mir auch gefallen. Aber ich bin ja kein König. Die Schwestern sagten Aschenputtel nichts davon, obwohl die Einladung für alle Frauen galt. Aschenputtel fand den Zettel später aber im Müll und dachte sich, dass es netter wäre, beim Sohn des Königs zu putzen als zu Hause. Also bereitete sie sich vor wie die Schwestern, nur heimlich. Sie musste sich ein Kleid nähen, da ihre üppigen Formen nicht in die Sachen der Schwestern passten. War aber alles kein Problem, denn das konnte sie gut. Am Abend des großen Festes wartete sie, bis der Rest der Familie gegangen war, besprühte sich mit Rosenwasser, um den warmen Duft der Küche etwas zu überdecken und machte sich auf den Weg. Auf dem Fest erkannte sie niemand, denn sie hatte ja ihre Haube nicht auf. Der Sohn des Königs saß in einer Ecke und langweilte sich trotz all der vielen hübschen Frauen zu Tode. Er sah ganz unglücklich aus, da seine Mutter, die Königin, immer wieder neue Damen vorstellte, um ihn endlich zu verheiraten. Und er hatte doch gar keine Lust. Wollte viel lieber weiter jeden Tag Golf spielen gehen, statt sich mit einem Weib herumzustreiten. Da hatte Aschenputtel Mitleid mit ihm. Sie ging hin, nahm ihn bei der Hand und fragte ihn, wo die Küche sei. Verdutzt zeigte der Prinz ihr den Weg und folgte ihr. Sie hieß ihn sich hinsetzen und bereitete ihm die herrlichsten Pfannkuchen die er jemals gegessen hatte. Das gefiel dem Prinzen. Er bemerkte jetzt auch die wohlgeratene Gestalt seiner Köchin und begann, sich ihr zu nähern. Weit war er aber noch nicht gekommen als Aschenputtel plötzlich inne hielt und ihn von sich stieß. “Tut mir leid” sagte sie und richtete ihre Kleider. Ihr war eingefallen, dass sie zu Hause den Bratofen angelassen hatte. Sie rannte so schnell sie konnte nach Hause und ließ den armen Prinzen mit hochrotem Kopf in der Küche zurück. “Dumm, dumm, dumm!” sagte sie zu sich. Aber ihre Arbeit ging vor. Wie ging es dem Prinzen jetzt schlecht. Er konnte die Pfannkuchen nicht vergessen. Nichts anderes wollte ihm mehr schmecken. Er hielt ständig Ausschau nach seiner Köchin, aber die war viel zu beschäftigt. Also, sagte er sich, müsse er wohl intensiver nach ihr suchen. Aber wie sollte er sie wieder erkennen in seinem großen Land? Da kam ihm eine Idee. Alle Frauen sollten ihm Pfannkuchen backen! Keine schlechte Idee für einen Prinzen. Also machte er sich auf die Reise. Prinzen haben sonst wenig zu tun. Und als er nach Monaten dann tatsächlich vor Aschenputtels Haus stand hatte er ein paar Kilo zu genommen und konnte keine Pfannkuchen mehr sehen. Er erkannte Aschenputtel nicht, denn die hatte ja wieder ihre Haube auf. Aber sie erkannte ihn. Und nachdem die beiden Schwestern jämmerlich versagt hatten, denn die konnten ja gar keinen Pfannkuchen backen, nahm sie die Sache in die Hand. Sie bereitete ihm ein wunderbares Erdbeersouflée. Und als er davon kostete war er froh, endlich keinen Pfannkuchen mehr essen zu müssen. Er erkannte jetzt auch die lustigen Augen unter der Haube wieder und wusste, dass er am Ziel war. Er legte den Kopf in die Arme und weinte vor Glück. Die beiden Schwestern durften von da an ihr Klo selbst sauber machen. Aschenputtel putze jetzt beim König. Zum Seitenanfang / |