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Beim Bäcker Von Tim Oliver Parth Ich ging also in den Bäckerladen. Ein älterer Mann hinter der Theke fragte mich nach meinen Wünschen. "Drei Semmeln", antwortete ich. Während der Mann einpackte, sah ich mich etwas um. Das Vollkornbrot war heute im Angebot... "So, 4 Grammeln. Macht 4,20 DM." "Ähm, ich hatte 3 Brötchen bestellt." Zur Bekräftigung meiner Worte hob ich drei Finger meiner Hand. Der Mann sagte: "Ach so, 3 Grammeln. Das macht dann..." "3 Semmeln wollte ich, keine Grammeln." "Ich habe doch Grammeln eingepackt. Das macht ..." "Keine Grammeln! SEMMELN!!!", ich schrie fast. Die Leute in der Schlange, die sich mittlerweile hinter mir gebildet hatte,
beschwerten sich. Man könne doch den alten Mann nicht so anbrüllen! Es meldete sich noch mal meine Vernunft: "Ich möchte bitte drei Semmeln." "Was?" - Das war zuviel. Ich hechtete hinter die Vitrinen und sprang dem Mann an die Gurgel. Mit den anderen Kunden hatte ich aber nicht gerechnet. Gerade als ich dem Verkäufer das zweite Auge blau schlagen wollte, bekam ich eine Schwarzwälder ins Gesicht. Ich konterte mit zwei Granatsplittern für 1,90 DM. Sie trafen zielsicher - die Vitrine hinter dem Tortenwerfer, die mit lautem Getöse zusammenbrach. Aus den Augenwinkeln sah ich einen Käsekuchen auf mich zufliegen. Ich duckte mich blitzschnell und so traf er die Frau hinter mir, die mich gerade mit einer Weisbrotstange verprügeln wollte. Durch diese Attacke fühlte sie sich ungerecht behandelt. Während ich einem Bauernbrot auswich, sah ich, wie sie sich mit ihrer Stange über den Käsekuchenwerfer hermachte. Die Schlägerei war nun vollständig im Gange und keiner achtete noch auf mich. Man hörte Scheiben klirren, Frauen kreischen und durch die Luft flog allerlei Gebäck. In den ganzen Lärm mischten sich jetzt aber die Sirenen der Polizei. Ich musste hier weg . Sofort rannte ich los, rutschte jedoch auf einer Sahnetorte aus und schliddert elegant in das Brötchenregal, welches unter meinem Gewicht zusammenbrach. Ich richtete mich wieder auf und nahm bei der Gelegenheit noch schnell meine 3 Semmeln mit. Dann hechtete ich Richtung Schaufenster, das schon längst keine Scheiben mehr hatte. Gekonnt sprang ich hindurch. Der Stehtisch der mich zufällig traf brachte mich etwas von meiner berechneten Bahn. Durch meine schnelle Reaktion auf Einwirkungen von außerhalb brach ich mir bei der Landung nur zwei Rippen und verlor auch nur vier Zähne. Aber ich hatte meine Semmeln und so konnte ich gemütlich in meinem neuen Krankenbett frühstücken. Zum Seitenanfang |