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Mein
Blick in die Tiefe
Von
Chantal Hetz
Einmal
als ich am Anfang meines Weges ging, da packte mich plötzlich etwas von
hinten, wich vom Weg ab und zerrte mich mit. Ich versuchte mich um zu
drehen doch das Etwas hielt mich gut fest.
Endlich
sah ich wer mein Entführer war. In Gedanken versuchte ich seine
Unbeschreiblichkeit zu beschreiben. Eine schwarze Gestalt, weder Mensch
noch Tier, weder Ding noch Wesen und doch so nah und fassbar. Ich wollte
fliehen, doch es gelang mir nicht.
Ich
hatte Angst. Doch je mehr Angst ich hatte, desto größer, leerer und
unbeweglicher wurde die Schwärze. Wir kamen auf einen Berg, er war grau
und fast noch geheimnisvoller als das Ungeheuer, das mich nun an die
Spitze dieses Berges trieb.
Ich sah
in die Tiefe, mein Herz stand still. Es waren mindestens 100 Meter die
mir nun Angst machten, 100 Meter die ich fallen könnte.
Was mich
umgab war weder Nacht noch Tag. Düster und leblos erschien alles, weder
Sonne noch Mond schenkten ihr Licht, doch trotzdem war es nicht finster
sondern einfach düster.
Kalter
Nebel zog in meine Nase, Furcht stieg in mir auf, es war die Furcht der
Wesenlosigkeit. Hier schien nichts zu atmen, nichts zu fühlen oder zu
leben. Nicht ein Wesen war dort. Stille, aber nicht angenehm still war
es. Dies war nicht die Stille der Freude, es war die Stille der
Leblosigkeit.
Doch
plötzlich dachte ich an mein Zuhause, an meine Familie, meine Freunde
und ließ mit meinen Gedanken einfach die Leblosigkeit zum Leben
erwachen.
Plötzlich merkte ich, dass ich mit meinen eigenen Gedanken alles steuern
konnte.
Mit
einem Mal verwandelte sich die Stille in Töne, die Leere in Farben, das
Bewegungslose in Tiere. Blumen sprossen aus der Erde und streckten mir
ihre lieblichen Knospen entgegen. Ein kleiner Fluss erschien.
Die
Sonne nistete sich ein, alles grünte und
blühte.
Die 100 Meter wurden zu nur noch einem und das Unglück zu Glück. Auch
als ich hinter mich sah, war alles verwandelt, nur die schwarze Gestalt
war noch da.
Im
selben Moment kam ein Wind, der das Schwarze weg wehte. Eine
Lichtgestalt kam darunter hervor und lächelte mich an.
“Oh
danke, du hast mich erlöst und mir meine wahre Form wieder gegeben”.
Dann verschwand der Engel und eine Stille kam.
Dies
war die Stille der Freude, mehr noch, es war auch das Gefühl, etwas
Gutes getan zu haben. Doch die Stille war nur von kurzer Dauer, denn
eine Stimme ertönte “Anna,Anna wach auf es ist schon spät.”
ich
öffnete die Augen und lag in meinem Zimmer im Bett.
Doch für
mich war der Traum noch so klar als wäre er Wirklichkeit gewesen, und
mir ist jetzt, noch, als würde ich die Vögel singen hören und die Stille
der Freude spüren. |