<

vorja

Lesen bildet!

Der Erzähl-Club 

Der Treffpunkt für Autoren und Leser: 
Eure Texte im Web veröffentlichen!

Das Motto:
"Wer schreibt,
der bleibt"

Hier könnt Ihr die Kategorien der Erzähl-Club-Texte anklicken,
um einzelne Texte zu lesen:

Startseite

Kurzgeschichten

Erzählungen

Erinnerungen

Fabeln & Märchen

Gedichte

Essays

Romane

Web-Katalog

Erzähl-Club News

Elf Bonbons

Von Patrick Ellen

Ich komme aus einer Stadt, die so schön ist, dass man sie mit Worten gar nicht beschreiben kann. Dort gibt man jedem die Hand, ob man ihn nun kennt oder nicht. Die jungen Leute helfen den Älteren Damen und Herren beim Tragen schwerer Einkaufstüten.

Die Straßen und Wege dort sind so sauber, dass man von ihnen essen könnte. Die Tauben besitzen ein weißes Gefieder und Tag und Nacht scheint die Sonne. Ab und zu regnet es ein wenig, damit die Blumen und Bäume sprießen und wachsen können.

Vielleicht ist es ein Fehler diese Geschichte in der Gegenwart zu erzählen, da meine geliebte Stadt heute nicht mehr existiert. Sie wurde zerstört, buchstäblich aus dem Atlas und der Landkarte ausradiert.

Es fing alles mit einem kleinen Jungen aus der Nachbarstadt an, dessen bester Freund ein einheimischer Knabe aus unserer Stadt war. Sie trafen sich täglich an der Stadtgrenze um dort zu spielen. Eines Tages stritten sie sich um ein Bonbon. Sie hatten elf Stück an der Zahl, selbstverständlich war es schwer diese aufzuteilen.

Auf jeden Fall schlug der Junge aus unserer Stadt dem Anderen ins Gesicht, worauf dessen Vater einen Tag darauf vor seiner Tür stand und dem anderen Vater drohte, er sollte doch seinen Sohn richtig erziehen.

Der Streit eskalierte und die beiden Väter schlugen sich. Sie beschimpften sich gegenseitig. Auf Grund der Aufsehen erregenden Lautstärke kamen einige Nachbarn angelaufen. Gemeinsam vertrieben sie den Mann aus unserer Stadt.

Der Mann muss das wohl den Leuten in seiner neuen Stadt erzählt haben, denn gleich am anderen Morgen explodierte die städtische Bank. Die Polizei sagte, man hätte in ihr eine Bombe installiert.

Und ob man es glaubt oder nicht, der Herr, der uns gegenüber gewohnt hatte war zwar schon ganze 62 Jahre alt, aber er war ein Kriegsveteran und als hätte ihn der Teufel gepackt sprang er in sein Kriegsflugzeug, flog in die Nachbarstadt und legte mit seiner Luftwaffe das Rathaus der Stadt in Schutt und Asche.

Der Krieg begann. Ein paar Kinder aus unserer Stadt verschwanden und wurden als Geiseln genommen, daraufhin vergifteten wir alle Hunde und Katzen der Anderen. Wir schickten einen Spion in die andere Stadt nachdem wir einen in unserer entdeckten. Wir hingen ihn auf dem Marktplatz auf.

Unser Spion kam nie wieder, ich möchte gerne wissen, was er jetzt macht. Durch die verschiedensten Arten von Bomben verloren viele Familien ihr Zuhause und auch die Supermärkte, die Bäckerein wurden zerstört, ja sogar der Zoologische Garten verschwand.

Und alles was sie uns antaten, gaben wir ihnen zurück und auch wir bekamen immer eine Antwort. Ob man das irgendwie hätte verhindern können?

Vielleicht, wenn nicht von beiden Richtungen Atombomben abgefeuert worden wären, dann vielleicht. Heute sind wir alle tot, auch die andere Stadt existiert nicht mehr. Aber manchmal, wenn ich Langeweile habe, fliege ich runter und gucke, wie es dort heute aussieht.

Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe letzte Woche gesehen, wie in beiden Städten Leute waren und versuchten alles wieder neu aufzubauen und auch an der Stadtgrenze hab ich zwei Kinder gesehen, es waren zwei Mädchen. Ich hoffe nur, dass die Anzahl ihrer Bonbons eine gerade Summe ergibt. 

Zum Seitenanfang