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Ernest Hemingway
liebte Frauen mit langen schwarzen HaarenEine Short Story von Arno Meister
Erik wachte beim ersten Ton der Fanfarenklänge auf, den Anfangsakkorden der Nationalhymne. Ihn fröstelte. Die dünne Decke, mit der Sigi ihn zugedeckt hatte, war ihm vom Rücken geglitten. Sigi, die ihren nackten Rücken im Schlaf fest an seinen Bauch gedrückt hatte, seufzte leise.
"Ein glückliches Volk konnte heute friedlich, zufrieden und stark den Tag der Republik begehen".
Die Stimme des alten Mannes mit dem nach oben gefönten schütteren Borstenhaar überschlug sich, um den lauten Beifall zu übertönen, der schon nach seinem ersten Satz eingesetzt hatte.
Erik blickte nur kurz auf den Bildschirm des kleinen Fernsehers, der zur Einrichtung von Sigis Zimmer in dem Studentenheim gehörte. Das übliche Bild: Der Volksführer, wie sich der seit 18 Jahren regierende oberste Repräsentant des Staates nennen ließ, hielt eine seiner endlosen Reden im Parlament. An staatlichen Feiertagen, wie heute, dauerten sie doppelt so lang wie üblich. Die Volksabgeordneten, seit der Abschaffung von Wahlen vom obersten Volksführer persönlich jedem Gau zugewiesen, taten, wofür die bezahlt wurden: sie klatschten sich die Hände wund.
Sigi drehte sich um und kuschelte sich eng an Erik. Sie umarmte ihn und gab ihm einen Kuß. Der Lärm aus dem Fernsehgerät hatte sie endgültig aufgeweckt.
"Es ist immer so schön, wenn ich in deinen Armen aufwache", sagte sie, "wenn Du bei mir bist, vergesse ich alles, was draußen geschieht".
"Und dann reißt uns das Gequake der "Ente" aus dem schönsten Schlaf", antwortete Erik. Zärtlich strich er ihr eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Um Gotteswillen, denk an die Vosi!" Sigi blickte ihn erschrocken an, "Hier im Heim hat die Volkssicherheit überall Wanzen. Die wollen genau Bescheid wissen über uns Studenten!". Sie flüsterte diese Worte in sein Ohr.
"Das ist ja das Verrückte: erst geben sie sich so große Mühe mit ihren Wanzen und dann gibt es nur noch Fernsehgeräte, die man nie völlig abschalten kann, und die sich mit der Kennung, die sie bei den Entenreden mitsenden, immer auf laut schalten. Bei dem Krach kann uns während der Rede niemand abhören! Die Vosi macht jetzt bestimmt überall im Land Kaffeepause". Erik flüsterte jetzt ebenfalls, um Sigi nicht zu ängstigen.
"Und wenn die Wanzen trotzdem funktionieren?" erwiderte sie ängstlich.
"Und am Ende dieses stolzen Tages unserer glücklichen Republik melde ich: Das Land ist ausländerfrei. Nunmehr seit 14 Jahren. Wir haben unser Vaterland, die schöne Heimat unserer allen anderen überlegenen Menschen, wieder ganz für uns allein!"
Der alte Mann blickte triumphierend in die Fernsehkameras.
Während erneut die Nationalhymne gespielt wurde, richtete Erik sich auf. "Ich muss jetzt aufstehen. Sonst schaffe ich heute Abend die Korrektur nicht mehr. Ich muss in der 12. Klasse die letzte Arbeit vor dem Abitur unbedingt morgen zurückgeben. Die Termine sind festgelegt", sagte er, während er aufstand, um seine Sachen zusammenzusuchen und sich anzuziehen.
Im Treppenhaus kümmerte sich Erik kaum noch darum, wie heruntergekommen alles war. Dicke Schichten einer hässlichen gelben Farbe konnten die zum Teil schon ziemlich dicken Mauerrisse nicht mehr übertünchen. Überall roch es nach Kohl, der "urdeutschen Nationalspeise", wie es die offizielle Propaganda den Hausfrauen ständig einhämmerte. Erik wusste es besser: Es gab einfach keine Devisen mehr, um Obst und Lebensmittel aus dem Ausland einzuführen.
Wachsam um sich blickend stieg Erik zur U-Bahn hinunter. Heute Abend waren nur vereinzelt Skinheads zu sehen. Tagsüber waren oft Horden der kurzgeschorenen Bürstenhaarträger unterwegs. Als selbsternannte Tugendwächter ließen sie sich Ausweise von Jugendlichen zeigen, deren Haare ihrer Meinung nach zu lang waren. Besonders ausgiebig beschäftigten sie sich mit dunkelhaarigen und gutgewachsenen jungen Mädchen. Erik selbst war vor derartigen Nachstellungen einigermaßen sicher. Seine Glatze hatte ihn von allen Haarsorgen befreit. Außerdem schien der Eifer der Kurzgeschorenen seit Monaten nachgelassen zu haben. Ihre Übergriffe waren seltener geworden.
Auf dem Bahnsteig stand schon eine U-Bahn in Eriks Richtung. Er lief los und erreichte kurz nach einem anderen Fahrgast die offene Tür. Im selben Augenblick setzte sich der Zug auch schon in Bewegung. Erik sah noch drei Skins. Wild mit den Armen fuchtelnd blieben sie auf dem Bahnsteig zurück.
Er ließ sich auf einen Sitz fallen. Ihm gegenüber nahm der junge Mann Platz, der kurz vor ihm den Zug noch geschafft hatte. Erst jetzt bemerkte Erik das Blut auf seinem Gesicht. Sein linkes Auge war geschwollen, die Unterlippe eingerissen. Sein Atem ging keuchend. Er betupfte sein Gesicht mit einem Papiertaschentuch. Dabei blickte er schnell nach hinten.
Als er sich vergewissert hatte, dass niemand in Hörweite saß, beugte er sich zu Erik vor: "Ich hatte Glück, konnte diesen Skins noch gerade entkommen. Die hätten mich zusammengeschlagen, vielleicht sogar mitgenommen."
Erik antwortete nicht. Er wollte sich nicht kompromittieren. Außerdem hatte er seine Zielstation erreicht. Er stieg aus. Schon auf der U-Bahntreppe überlegte er sich, wie er sich bei der Korrektur der Hausarbeiten am besten aus der Affäre ziehen konnte. Das Thema war heikel, aber er musste vor dem Abitur "Die Neue Wirtschafts-Politik" behandeln. Schon, damit seine Klasse bei den Prüfungen einigermaßen auf die Fangfragen der politischen Aufpasser vorbereitet war.
Auf der Straße angekommen, hörte Erik hinter sich Schritte. "Warten Sie. Ich möchte mit Ihnen reden. Sie sind doch Lehrer in der Klasse von Uta Naumburger?" Es war der junge Mann aus der Bahn.
"Wer sind Sie, was ist mit Uta", fragte Erik.
"Ihr geht es gut. Sie ist meine Freundin. Sie hat mir gesagt, dass Sie einer der wenigen Lehrer sind, mit denen man reden kann, auch politisch".
Jetzt erinnerte sich Erik, dass er den jungen Mann tatsächlich schon ein oder zweimal mit Uta gesehen hatte. Trotzdem blieb er auf der Hut. "Von wegen 'politisch'. Darüber rede ich nicht, schon gar nicht auf der Straße".
"Dann nehmen Sie mich doch bitte mit in Ihre Wohnung. Ich muss mit Ihnen reden. Es ist wichtig".
Erik zögerte. Der junge Mann wirkte nicht wie ein Spitzel der Borstenhaar-Träger, schon gar nicht mit dem zerschlagenen Gesicht und nach der Szene mit den drei Skinheads in der U-Bahn-Station.
"Na gut, kommen sie mit hinauf. Ich wohne gleich da drüben".
Sie stiegen hintereinander die Treppen hoch. Das Haus, in dem Erik wohnte, trug ebenfalls die Spuren des Verfalls, auch wenn es sich besser gehalten hatte, als Sigis Haus. In seiner Wohnung zeigte Erik dem Jungen erst einmal das Bad.
"Sie sollten lieber das Blut von ihrem Gesicht waschen, falls unerwarteter Weise noch jemand kommt", sagte er. Dann ging er in die Küche, um einen starken Tee zu kochen. Den brauchte er jetzt. Als er mit der Kanne und den zwei Tassen ins Wohnzimmer ging, wäre er fast mit dem seltsamen jungen Mann zusammengestoßen, der gerade aus dem Bad kam.
Erik goss Tee in die Tassen und blickte dann seinen Gast an. "Wer sind Sie, und was wollen Sie von mir?" fragte er betont kurz angebunden. Er schaute auf seine Uhr, wann würde er endlich die Korrektur hinter sich bringen können?
"Ich heiße Tobias. Ich bin Student, studiere Volkswirtschaft, wenn man das, was uns beigebracht werden soll, so nennen will. Die zugelassenen Lehrbücher enthalten mehr dumme Phrasen als wissenschaftliche Fakten, wie man weiß..."
"Ich weiß immer noch nicht, was Sie von mir wollen. Was ist so überaus wichtig?" Erik wurde immer ungeduldiger.
"Sie müssen uns helfen. Wir brauchen Sie. Vorhin in der U-Bahn haben wir uns zwar nur zufällig getroffen, aber ich war auf dem Weg zu Ihnen. Heute Nachmittag war ich schon zweimal vergeblich an ihrer Wohnung".
Der Student zögerte nur kurz, bevor er sich entschloss, weiter zu sprechen: "Wir machen das alles nicht mehr mit. Den Terror der Vosi. Die Wirtschaftsmisere. Die Gängelei bei Auslandsreisen. Das hohle Gequatsche der "Ente". Sie haben es heute ja selbst wieder gehört. Können Sie das alles noch ertragen? Wir nicht. Wir wollen endlich etwas tun. Schon bald. Sie müssen wissen: Es gibt einen Plan. Wir machen Revolution, wenn Sie uns helfen, ohne Blutvergießen".
"Was soll denn das nun schon wieder", unterbrach Erik den jungen Mann, "wer ist 'wir', und was sind das für Ideen von einer Revolution? Sie sind wohl lebensmüde! Außerdem fließt natürlich Blut, nämlich Ihr eigenes. Und das geht dann nicht so harmlos ab, wie heute Abend mit den paar blutigen Kratzern im Gesicht!"
"Wir sind viele, sehr viele. Wir haben uns mit den richtigen Skins verbündet. Die haben sich endlich wieder daran erinnert, dass die Skinheads ursprünglich so etwas wie eine Protestbewegung gegen die Etablierten und Mächtigen gewesen sind. Auch Sie haben längst gemerkt, dass sie von dem "Enten"-Regime nur mit hohlen Versprechungen abgespeist werden, antwortete der Student.
"Sie haben sich organisiert. Mit den gekauften Vosi-Skins, die mich vorhin zusammenschlagen wollten, haben die wahren Skins nichts zu tun. Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass nur noch vereinzelt Langhaarige in der Öffentlichkeit belästigt werden? Nur noch die Vosi macht das. Die wahren Skins wollen mit uns Langhaarigen zusammen losschlagen. Übermorgen schon".
"Das ist doch alles Wahnsinn", Erik schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, wie er es auch in seiner Klasse getan hätte, wenn einer der besseren Schüler eine besonders dumme Antwort gegeben hätte.
"Wahnsinn ist die Art, wie wir hier leben müssen", erwiderte Tobias. Seine Stimme klang jetzt fest und entschlossen, wie die eines Menschen, der es gewohnt ist, Befehle zu geben, die prompt befolgt werden müssen. "Die Unfähigkeit der "Ente" und seiner Speichellecker hat unser Land schon fast ruiniert!"
"Wir machen das nicht länger mit. Wir haben schon vor vier Jahren angefangen uns zu organisieren. Erst waren es vereinzelte und getrennte Gruppen von Langhaarigen und richtigen Skins, die kaum etwas voneinander wussten".
"Dann kam das "Große Fest der Jugend gegen Überfremdung" vor zwei Jahren in der Hauptstadt. Damals wollten die Vosi-Skins bei Nacht die wahren Skins gegen uns Langhaarige aufhetzen. Aber die Skins haben gemerkt, dass sie wieder einmal nur als nützliche Idioten der Vosi missbraucht werden sollten. Sie haben die Vosi-Skins aus der 'Zeltstadt der Jugend' hinausgejagt".
"Die Skins haben dann einfach behauptet, dass sie nur den Worten des Präsidenten Geltung verschafft hätten, der für das 'Große Fest' einen absolut friedlichen Verlauf gefordert hatte. Die Vosi hat dafür gesorgt, dass ihre Blamage nicht bekannt wurde".
Tobias schob seine Teetasse beiseite. "Damals haben die Anführer der richtigen Skins und der Langhaarigen angefangen, sich heimlich zusammenzusetzen. Sie haben dann bald beschlossen, dass die Jungen aufräumen müssen mit dem Regime der alten "Enten".
"Übermorgen ist der große Tag: Während des Festaktes zum 75. Geburtstag der " Ober-Ente" beginnen auf ein einziges Signal hin die großen Demonstrationen. Gleichzeitig wird der Computer mit dem Kommandosystem des Regimes für den inneren Notstand und die Stromversorgung im Präsidentenpalast der "Ente" unterbrochen. Sogar das Militär ist eingeweiht. Die Generäle haben versprochen, dass sie sich neutral verhalten werden. Die haben eben auch gemerkt, dass in unserer wunderbaren ausländerfreien Republik die Wirtschaft so tief in der Dauerkrise steckt, dass nicht einmal mehr für Rüstungseinfuhren Devisen da sind".
Erik versuchte, sich seine Verblüffung nicht anmerken zu lassen. Er war keineswegs schon völlig überzeugt. "Dieser schöne Plan scheitert schon daran, dass es nicht die geringste Möglichkeit gibt, ein Signal zu geben, dass im gleichen Augenblick im ganzen Land ankommt. Und außerdem: warum erzählen Sie mir das alles? Was ist, wenn ich Sie an die Vosi verrate?"
"Wir haben Sie seit zwei Jahren sehr genau beobachtet. In Ihrer Klasse ist ein ganzes Team von uns auf Sie angesetzt. Die Chefin ist Uta, meine Freundin. Sie hat während der zwei Jahre nicht ein einziges Mal eine wirklich "Enten"-freundliche Regung von Ihnen festgestellt. Warum ich Sie in unseren Plan eingeweiht habe? Ganz einfach. Weil wir Sie brauchen. Sie sind dazu ausersehen, das entscheidende Signal zu geben".
Tobias sprach weiter, bevor Erik protestieren konnte. "Wir wissen, dass Sie übermorgen in der Kultursendung der Nationalen Welle um 8.15 Uhr einen Vortrag in der Reihe 'Schriftsteller des 20. Jahrhunderts' halten werden, über Hemingway. In diesen Vortrag müssen Sie den entscheidenden Satz einbauen. Er lautet: "Ernest Hemingway liebte Frauen mit langen schwarzen Haaren".
"Dieser Satz muss der erste in Ihrem Betrag sein, denn genau in dem Moment, in dem Sie zu sprechen anfangen, wird Ihr Regisseur, der zu den geheimen Führern der wahren Skins gehört, scheinbar aus Versehen, einen Knopf drücken. Das ist der Knopf, der Radio und Fernsehen zusammenschaltet. Normaler Weise wird er nur betätigt, wenn die große "Ente" bei Lautschaltung aller Apparate das ganze Land über seinen neuesten Plan informieren will".
"Diesmal soll mit diesem Knopf eine wirklich wichtige Nachricht bekannt gegeben. Er bringt das Signal zum Aufstand automatisch in jede Wohnung. Selbst wenn die Vosi etwas merkt, kann sie nichts mehr tun".
"Gleichzeitig werden im Präsidentenpalast der Notstandscomputer und die Stromversorgung ausgeschaltet, die "Ente" bleibt stumm. Und ein Oberst wird mit einem Bataillon Soldaten dafür sorgen, dass der sogenannte Volksführer nicht aus dem Präsidentenpalast herauskommt".
Erik griff nach der Teekanne, um nicht gleich antworten zu müssen. "Das kann tatsächlich funktionieren", dachte er, während er umständlich den inzwischen lauwarmen Tee in seine Tasse goss, "es ist ja wirklich Zeit, dass endlich etwas geschieht!"
"Vielleicht klappt das ja wirklich so, wie Sie sich das vorstellen", sagte er trotzdem vorsichtig, "aber es bleibt gefährlich, vor allem für mich".
"Lebt nicht jeder gefährlich im "Entenreich", der nicht zur Vosi gehört?", erwiderte Tobias. "Was ist, machen Sie mit? Es ist Ihnen doch klar, dass wir Sie brauchen. Wer weiß, wann wir wieder eine so günstige Gelegenheit für das große Signal auftun können".
"Ich sage nicht nein", antwortete Erik. Der Student sprang auf, "endlich!", rief er aufgeregt.
Erik hob seine Hand: "Nicht so schnell. Ich sage auch nicht ja, ich brauche Bedenkzeit. Geben Sie mir Zeit, wenigstens bis morgen Vormittag um 10 Uhr. Ich muß mir selbst darüber klar werden, ob ich die Rolle spielen kann, die Sie und Ihre Freunde mir zugedacht haben".
"Es ist gut. Spätestens um 11.00 Uhr muss ich Bescheid geben, ob Sie mitmachen. Wir können uns nicht treffen. Ich habe morgen eine andere Aufgabe. Aber um Punkt 10.00 Uhr wird sich Uta morgen bei Ihnen melden und behaupten, ihr sei unheimlich schlecht. Wenn Sie sie selbst zum Schultor bringen, werden wir wissen, dass wir uns auf sie verlassen können. Wenn sie eine Schülerin bitten, Uta aus der Klasse zu begleiten, dann ist Ihre Antwort negativ. Uta weiß, wie sie Ihre Antwort an die richtige Stelle weiter geben muss."
Als Tobias gegangen war, blieb Erik lange unschlüssig vor seiner leeren Teetasse sitzen. "Wenn nun alles schief geht? fragte er sich. Er wusste, dass der Volkspräsident nicht mit sich spaßen ließ. Er würde, ohne mit der Wimper zu zucken, den Befehl geben, alle im Kulturstudio Beteiligten zu erschießen, falls der Aufstand scheitern sollte.
Erik schreckte zusammen. Schon wieder hatte sich der Fernseher per Lautschaltung gemeldet:
"Achtung, Achtung. Eilmeldung. Wer kennt Tobias Bender, Student, 25 Jahre alt? Heute Abend hat er sich der Festnahme durch Vosi-Beamte entziehen wollen. Er wurde soeben auf der Flucht erschossen. Wer kann Aussagen über Personen machen, mit denen er häufig gesehen wurde? Achtung, Achtung, Eilmeldung...".
Die Nachrichtensprecherin las mit unbeteiligter Stimme vom Blatt, während das Bild von Tobias auf dem Bildschirm erschien.
Erik war in diesem Moment mehr wütend als traurig. "Das war ein Toter zuviel", schoss es ihm durch den Kopf, "jetzt reicht es. Ich bringe Uta morgen zum Schultor!"
Während er diesen Entschluss fasste, hätte er nicht sagen können, wieso er plötzlich absolut sicher wusste, dass kein Mitschüler Uta verraten würde. Niemand würde der Vosi melden, dass Uta die Freundin von Tobias war.
Sie musste einfach morgen in der Schule sein!