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Isabells Geschichte

Von Maike Salazar Kämpf

Kapitel 1  
Es war ein lauer, warmer Abend, die Sonne ging unter, der Wind strich zwischen den Zweigen umher, irgendwo sang eine Nachtigall ihr wunderschönes Lied, das Dorf, die Wiesen, der Wald und die Felder sahen aus als währen sie in eine orange -rot -goldene Farbe getaucht.

Die Dorfstraße war menschenleer ...plötzlich sauste ein rotes Cabriolet um die Ecke, der Wagen wollte in die Häuserstraße 44 zum Waisenhaus .In dem Wagen befand sich eine streng aussehende Frau - sie hatte ein Lackkleid an und rauchte eine Zigarette -und ein etwas ängstliches Mädchen von 11 Jahren (das einen kurzen Jeansrock und ein T-Shirt mit der Aufschrift „ Micky Maus“ trug,

„ Tante Agathe, wie weit ist es noch ?“ fragte das Mädchen verunsichert .“ Wir sind gleich da, Isabell! Sei jetzt still, ich muß mich konzentrieren !“ sagte Tante Agathe streng. Isabell griff rechts von sich nach einem Döschen, öffnete es und holte ein Bonbon heraus, schweigend lutschte sie es, und das Auto war nun fast beim Waisenhaus angekommen. Das Waisenhaus war ein grauer Kasten der mit Efeu bewachsen und von einem Park umgeben war .“ Wir sind da! Isabell, vergiß nicht was ich dir beigebracht habe“, sagte Tante Agathe kühl, „hol deinen Koffer, deine Tasche und dein dummes Ding!“

Tante Agathe bremste. Isabell machte die Autotür auf, stieg hinaus, öffnete den Kofferraum holte ein kleines braunes Köfferchen heraus und dachte: „ Ach...Tante Agathe ist sooo gemein zu Schnucki und mir. Sie versteht einfach nicht, das ich Schnucki immer alles erzählen kann und sie nichts verrät, sie ist eben meine beste Freundin im Moment, weil Tante Luise doch jetzt in Mexiko ist ....ach....;wetten das Tante Agathe sagen würde: Das dumme Ding kann doch gar nichts verraten es ist doch ein Kuscheltier ach Mädchen....“

Während Isabell das dachte, holte sie Schnucki aus dem Kofferraum, öffnete den braunen Koffer, legte Schnucki hinein und schloss das Köfferchen wieder. Isabell war sich sicher das Schnucki lebte, deswegen lachten sie viele Leute aus (nur Tante Luise und Schnucki taten das nicht)

Und wenn sich Isabell mal doch nicht so sicher war...dann dachte sie bei sich: Schnucki lebt schon, man merkt es nur nicht .Nachdem sie Schnucki in das Köfferchen gelegt hatte, nahm sie aus dem Kofferraum ein kleines blaues Täschchen in dem sie einen kleinen Geldbeutel(mit all ihren Ersparnissen und dem Sparbuch drin), ein belegtes Brot und ihr Schulzeug drin hatte

Danach schloss sie den Kofferraum.“  Was trödelst du so?!!? Komm jetzt endlich !“  sagte Tante Agathe, packte Isabell am Arm und zog sie durch den Park vorbei an verschiedenen Bäumen, die Treppen hinauf, durch schmale graue Gänge.

Isabell kam es sehr komisch vor, denn sie begegneten keinem Erzieher, oder überhaupt keinem Menschen, schnell liefen sie weiter, bis sie vor eine Tür kamen, wo in goldenen Lettern drauf stand: DIREKTORIN .

Zaghaft aber entschlossen klopfte Tante Agathe an die Tür...poch, poch, poch....eine sehr strenge Stimme bat sie herein, langsam gingen Isabell und Tante Agathe in den Raum hinein. Der ganze Raum war „modern“, das hieß alles war sauber und ordentlich, alles war entweder weiß oder blau, kein freundliches Blau, nein, ein kaltes abweisendes Blau .

Der ganze Raum wirkte einfach, erschreckend streng. Hinter einem weißen Schreibtisch auf einem weißen Stuhl saß eine in schwarz gekleidete Frau (die genau zu dem Raum passte), deren Haar zu einem strengen Dudd zusammen gebunden war, diese Frau macht einen so strengen Eindruck, dass Isabell erschrak, aber, diese Frau war die Direktorin .

“Aha du bist also Isabell Jeremias ...“ , sagte die Direktorin spitz und musterte Isabell, „

du wirst hier wohnen, und dieses Haus wird dein neues Zuhause sein, das heißt aber lange noch nicht das du machen kannst was du willst, nein, es gibt auch Regeln!

Du wohnst in Zimmer 35, dort steht eine kleine Kommode und ein Schrank, auf der Kommode liegen ein Regelplan und ein Tablett, auf dem Tablett steht das Abendbrot. Wenn du gegessen hast, räumst du deine Sachen in den Schrank! Danach liest du dir den Regelplan durch !“  

„Ja !“ brachte Isabell heraus .“ So und nun die Papiere ...“ sagte die Direktorin zu Tante Agathe gewannt .Tante Agathe gab der Direktorin die Papiere. Die Direktorin nahm die Papiere und steckte sie in eine Schublade des Schreibtisches .

“So Sie können gehen! Und hier Fräulein Jeremias, der Schlüssel für den Schrank und die Kommode! Und...ach, ja, die anderen Mädchen in deinem Zimmer werden dir morgen alles zeigen!“  sagte die Direktorin und gab Isabell einen Schlüssel .

“Danke,“ sagte Isabell und sie ging zusammen mit Tante Agathe aus dem Raum. „ Na die ist ja ganz schön streng !“ dachte Isabell während Tante Agathe sie durch verschiedene lange, grauen Gänge zog (wo immer noch kein einziger Mensch war).

Plötzlich blieb Tante Agathe vor einer Tür stehen, öffnete sie energisch und ging zusammen mit Isabell hinein .Das Zimmer war gerade so groß, dass fünf Betten, fünf Schränke, fünf Kommoden und ein schmaler Flur rein paßte .

Trotzdem fand Isabell, dass man dort gut leben konnte! Der Raum war in fünf Teile unterteilt, die jeweils ein Bett, eine Kommode und einen Schrank enthielten. Alle Betten, Schränke und Kommoden wurden benutzt ....außer ...ganz hinten in der Ecke waren noch ein Bett, ein Schrank und eine Kommode frei...Isabells „Teil!“

Isabell umklammerte ihr Köfferchen und ging auf das Bett, die Kommode und den Schrank zu, Tante Agathe folgte ihr. Isabell setzte sich auf das Bett „ Ach...am liebsten würde ich jetzt bei Tante Luise sein. Ob die Kinder hier wohl nett sind? Hoffentlich! Wo sind sie überhaupt?“ dachte Isabell, es war wirklich niemand im Zimmer außer Tante Agathe und Isabell .

“Tante Agathe, wo sind die anderen Mädchen?“ fragte Isabell .

“Woher soll ich das wissen? Ich bin doch nicht der heilige Georg!“ sagte Tante Agathe wütend .

“Der weiß das bestimmt auch nicht,“ murmelte Isabell.

„Was hast du gesagt?“  

„Ähh, dasa es sehr...schade ist, dass die anderen Mädchen nicht da sind .“  

!Wahrscheinlich sind sie unten im Essraum !“  

„Könnte sein“, „Ich gehe jetzt, du wirst dich schon allein zurecht finden !“ mit diesen Worten verabschiedete Tante Agathe sich und lief aus dem Zimmer.

„Tante Agathe warte doch!“ wollte Isabell noch rufen aber sie brachte keinen Ton heraus. Langsam rollten ihr ein paar Tränen über die Wangen. „Jetzt sind wir allein, Schnucki und ich, ich hasse Tante Agathe, ich hasse sie “, dachte Isabell, „sie ist schlimmer wie - ach egal!“  

Isabell öffnete das Köfferchen, nahm Schnucki heraus und legte das kleine Häschen auf ihr Kopfkissen. Nachdem sie das getan hatte, räumte sie ihre Kleider und den Koffer in den Schrank und verstaute die Tasche und den Geldbeutel in der Kommode. Als sie das geschafft hatte, nahm sie das Essen und das Trinken vom Tablett, und begann es zu verzehren .Danach las sie sich den Regelplan durch, auf ihm stand geschrieben :
· Immer pünktlich sein
· Immer das tut was der Erzieher/Lehrer verlangt
· Um 21.00 Uhr liegen alle im Bett und schlafen
· Man ist immer höflich zu anderen Leuten( Erziehern, Lehrern...)...
Weiter kam Isabell nicht denn „ Dong, dong“, Isabell hörte eine dröhnende Glocke, wie auf Kommando wurde es plötzlich laut und lebhaft auf den Gängen, überall hörte man Schritte, Kinder die lachten, jauchzten, jubelten, schrieen und sich Neuheiten und Witze erzählten. Zwischendurch hörte man auch weinende Kinder und die Erzieher, die sich bemühten Ruhe in das ganze Gewusel zu bringen (das schafften sie natürlich nicht) .

Isabell guckte auf ihre neue Uhr(die sie von Tante Luise bekommen hatte).“Mein Gott...es ist ja schon 20.45 Uhr !Ich muss doch schon um 21.00 Uhr im Bett liegen und schlafen! Ich hab ja noch nicht mal die Zähne geputzt und mich umgezogen! Jetzt aber schnell!“ dachte Isabell und fing sofort an sich umzuziehen. Plötzlich stürmte ein etwas kräftigeres Mädchen mit Kastanienbraunem Haar und dunkelbraunen Augen (die voller Lebenslust funkelten) herein, ihr folgten drei weitere Mädchen, die eine war etwas dürr, klein, hatte blaue Augen, schwarze Haare und trug eine Brille, die andere, die hinter der „ kleinen“ folgte hatte hellbraunes kurzes Haar und grüne Augen (die sehr schelmisch aussahen) und auf der Nase hunderte von Sommersprossen, und die letzte hatte blondes Haar, blaue Augen, war schlank und sah einfach sehr schön aus (Isabell fand sie perfekt),

Alle vier waren etwas erstaunt, als sie Isabell sahen. Die mit den vielen Sommersprossen hatte sich als erstes gefasst „ Der Waschraum ist, wenn du aus der Tür gehst rechts, dort kannst du dir die Zähne putzen und aufs Klo gehen“, sagte sie .

“Danke.2“ murmelte Isabell und tat wie ihr geheißen. Als sie im Waschraum war dachte sie „Ich werde mich wohl dran gewöhnen müssen, das alle mich nicht mögen!“ Danach putzte sich die Zähne .Es schien, als wenn Isabell ganz froh wäre, aber der Anblick täuschte gewaltig!

Als die anderen Mädchen herein kamen, dachten sie, dass Isabell ganz froh sei hier zu sein (oder sogar sehr glücklich), deshalb merkten sie auch nicht, dass Isabell sich heimlich ein paar Tränen wegwischte,

Für Isabell sah es so aus, als ob alle sie ignorierten und deshalb wurde sie so traurig und wütend zugleich, dass sie mit erhobenem Haupt aus dem Waschraum in das Zimmer der Mädchen zu ihrem „ Teil“ ging.

Die anderen Mädchen schauten ihr nur verdutzt nach und die „ Perfekte“ sagte :“Was ist denn in die gefahren?“ Worauf die anderen Mädchen nur mit Kopfschütteln und Schulternzucken antworteten

Isabell legte sich in ihr Bett und kniff die Augen zusammen und hoffte, dass die anderen Mädchen dachten, dass sie schlief .Die Mädchen fielen tatsächlich darauf rein,

Lange lag sie so da, die Augen geschlossen und Schnucki an sich gedrückt, solange bis sie sich sicher war, dass die anderen Mädchen schliefen .Dann schaute sie sich im Zimmer um und merkte, dass ihr Bett direkt neben dem Fenster war .Sie dachte daran, dass sie erst seit fünf Tagen eine Waise war, und daran, daß das Waisenhaus sehr weit weg von Zuhause war, alle Freunde waren weg ...ach, sogar die Schule vermisste Isabell!

Sie fing an zu weinen, Tränen liefen ihr über die Wangen und sie erinnerte sich nur zu gut an die letzten fünf Tage, vor allen Dingen aber an diesen Tag .Ein Tag zuvor war die Beerdigung gewesen, alle hatten geweint (und zu Isabells größtem Erstaunen auch Tante Agathe und ihr Mann, Onkel Ferdinand).

Bevor Isabell mit Tante Agathe zum Waisenhaus gefahren war, hatte Isabell der Tante Luise versprochen, ihr Briefe zu schreiben und anders herum (d.h. Tante Luise hatte Isabell auch versprochen Briefe zu schreiben).

Dann dachte sie (noch mal) an Tante Agathe und ihren Mann, daran das sie sie nicht haben wollten. Wenn doch nicht alles so fremd wäre!

Na ja irgendwie hatte sie ja auch Glück, „Ein richtiges Glückskind“, hatte der nette Docktor gemeint, „.nicht mal einen Kratzer hast du abgekriegt, obwohl du ja mit im Auto gesessen hast!

“Das ließ Isabells Gedanken zurück schweifen, zurück zu dem Augenblick wo Isabell mit ihren Eltern im Auto saß und alle lustig waren! Ja, Papa hatte gegrinst und Mama hatte gelacht. Mama sah wunderschön aus, wenn sie lachte, ihre schwarzen Haare schaukelten dann lustig herum und die roten Lippen passten sehr gut zu ihrer braunen Haut!

Ihre Mutter war früher Zigeunerin gewesen, aber dann hatte sie Opa kennen gelernt, sich in ihn verliebt (und er in sie) und sie hatten geheiratet. Papa war ein dünner Mann der ohne Brille nicht auskommen konnte (er war kurzsichtig )!Seine Mutter war Deutsche sein Vater Jude, er war ein Feind von Hitler dem „Schrecken“!

Die Eltern von seinem Vater landeten im Konzentrationslager. Ja, seit der Autofahrt waren fünf Tage vergangen, und Isabell konnte sich nicht vorstellen, dass sie Mama und Papa nie wider sehen würde! Andauernd dachte sie, dass Mama und Papa nur verreist waren!

Leise stand Isabell auf und schlich zum Fenster, sie war traurig, sehr traurig!Ohne dass sie es wollte, liefen ihr dicke Tränen über die Wangen. Isabell hatte Heimweh und schreckliche Angst!

Der Mond schien hell und es sah aus, als ob er lächelte, die Bäume wiegten sich sachte im Wind und es hörte sich an, als wollten sie Isabell Mut machen...leise ging Isabell wieder ins Bett und weinte sich in den Schlaf.

„Dong, Dong“ eine laute Glocke ertönte, Isabell schlug die Augen auf, die anderen Mädchen waren auch gerade aufgewacht. Schnell standen sie auf und gingen auf Isabell zu (nicht in einer bösen Absicht) sie hatten viele Fragen, das Mädchen, das groß und kräftig war und freundliche Augen hatte, fragte lächelnd „wie heißt du denn ?“  

Nur zögernd antwortete Isabell :“ Ähm..., ich heiße Isabell. Und ihr?“ Das dünne Mädchen mit der Brille meldete sich zu Wort :“Ich heiße Anna und das“, sie zeigte auf das Mädchen mit den kastanienbraunen Haaren, „ist Paula, sie hilft dir bestimmt dich hier zurecht zu finden, “Das Mädchen mit den hellbraunen Haar und den tausend Sommersprossen auf der Nase begann laut zu kichern und meinte: „Das ist ihr Job!“  

Das andere Mädchen mit dem blonden Haar (sie sah aus wie ein Engel) sagte schnippisch „Was soll daran so witzig sein? Ich finde Paula macht das gut .Und wenn du schon so lästerst, mach du es doch besser, Bettina!“  

„Nun aber Schluss mit dem Streiten!“ meinte Anna und fuhr unbeirrt fort, „das ist Bettina, wie du ja schon gehört hast.“ Sie zeigte auf das Mädchen mit dem hellbraunen Haaren und den tausend Sommersprossen, „sie mag es gar nicht wenn man über ihre Sommersprossen spricht...“ „ Halt den Mund Anna !“ zischte Bettina wütend und lief beleidigt aus dem Zimmer.

Wird fortgesetzt, wenn das nächste Kapitel fertig ist!

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