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Kältezeit

Von Marc

Eiskalte Stille umhüllt die Nacht. Wie ein dunkler Schleier der mich zu  ersticken droht. Er sagte, er liebt mich und nun bin ich allein.  

Schneeflocken schweben auf die Erde. Noch ist sie warm, noch schmilzt der Schnee und perlt langsam die letzten Blätter, der gerade erst kahl gewordenen  Bäume hinab. Es ist warm hier, doch kalt ist mir.

Ich vertraute Ihm und eisig  läuft es mir den Rücken hinunter, wenn ich daran denke, was ich Ihm alles  glaubte. "Auf immer und ewig", versprach er mir. Auf immer und ewig und ewig, und ewig. Ich war naiv. Ich war verliebt und bin es noch. Es gibt kein immer, es gibt kein ewig.

Doch es kann nicht nur ein Jetzt geben. Er sagte, er würde mich nicht kennen, er wüsste nichts über mich und von mir. Ich wäre  verschlossen und ich sollte lernen mich den Leuten die ich liebe, zu öffnen.

Er lächelte mich an, sagte noch ein letztes Mal dass er mich liebe, trat an mich heran und küsste mich, dann ging er. Ich blieb regungslos  stehen, ich sagte nichts, ich dachte nichts, atmete nicht, weinte und lachte nicht.

Für einen kurzen Augenblick war ich tot. Er war fort und die Einsamkeit füllte den Raum. Ich fühlte wie die Stille mir mit Ihren eisigen  Klauen den Hals abschnürte. Ich konnte nicht hinterher rufen. Ich konnte nicht, ich konnte, ich wollte nicht.

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