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IM REICH DER KATZEN

Von Philipp Philipp Beyer

Peter von Berlingen und zu Hangweiler,

Edler von Schwemmgarten,

Roller Freiherr Strolch zu Kratt,

der Bezwinger gefürchtet

von Ecken Ellern und Schneckenberg,

der Eroberer ruhmreich

von Nachtweid, Sielbach und Heiligenmatt,

der einsame Herr der Flur,

der kühne Pirat der wogenden Felder,

kurz Peter Strolch genannt,

wir sagen einfach Peter,

unser aller Kater,

der edle, forsche,

politisch zweckmäßig rot und weiß gestreifte

junge Herr,

er liegt auf dem Kannebett, wie die Alten sagten,

die französisch Canapé nicht aussprechen konnten

oder wollten,

Peter, kurzum,

er liegt da,

er streckt sich,

o trautes Heim.

 

Der mächtige, der weiße Schnauzer,

der beneidenswerte,

er zuckt von Zeit zu Zeit -

Peter mitten im süßen,

zuweilen grausamen Reich der Katzen:

Wildnis, Abenteuer, Idaho, Montana,

Frost und Hitze,

ganze Obstgärten voller Heu oft

und Hecken

und Hänge,

weite Gemüsegärten vollgepfropft

mit Lauch und Blumen, Kraut und Karotten,

undurchdringlicher Busch und Dickicht, Dschungel,

Peter genannt der Strolch im Hortus Deliciarum,

im Wonnegarten

der unzähligen, der unsagbar schmeichelnden Düfte

und der schnellen Freuden,

der verworrenen Liebschaften

und des winkenden giftigen Eisenhuts,

Peter im Reich der langen, irren Streifzüge,

des besessenen Blickes,

des Hungers und des Durstes,

des schnellen und des langsamen Todes,

ein Reich der kühnsten, verwegensten,

der tollsten Träume, die sich ein schneidiger Kater

nur träumen - ach träumen, träumen, träumen - kann!

*****

(„Roller“: Dialekt für „Kater“)

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