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Drei Fabeln
Von Alexander Klier :
I. Boschi und Horst
Es war einmal ein kleiner Igel namens Boschi. Dieser kleine Igel hat von seinem Großvater (namens Polko) eine prima Stehlampe geschenkt bekommen. Voller Freunde über die prima Stehlampe macht er sich auf dem Heimweg.
Plötzlich kommt ein Panda mit einer Gitarre namens Horst um die Ecke. Der Igel fragt ihn, ob er die Gitarre auch von seinem Großvater bekommen hat, der Panda verneint das und sagt, er bekam sie von seinem Vater.
Des weiteren will Boschi von Horst wissen, was man mit so 'ner Gitarre alles machen kann, darauf sagt Horst, dass man mit den Saiten gut Möhren und Rettich schneiden kann und das geschnittene Gemüse dann in das Loch in der Gitarre fällt, so dass nichts daneben gehen kann.
Boschi, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus will dem Panda die Gitarre abgaubeln - er bietet ihm dafür die prima Stehlampe. Da fängt der Panda laut an zu lachen, so dass man es im Nachbarwald noch hören kann.
Boschi fragt ihn, warum er denn so lache, worauf der Panda sagt, dass seine Gitarre viel wertvoller sei als so 'ne billige Stehlampe. Das kann Boschi nicht auf sich sitzen lassen, und er schlägt dem Panda eine Wette vor: Und zwar soll derjenige die Wette gewinnen, welcher länger, nur mit seinem Gegenstand - Stehlampe bzw. Gitarre - in der Wildnis überlebensfähig ist.
Der Panda lacht noch mal ganz laut und geht auf die Wette ein, fügt jedoch noch hinzu, dass der Verlierer dem Gewinner 1 Jahr lang Sklave sein muss. Boschi schlägt ein und die Wette ist besiegelt.
Beide gehen ihrer Wege, der Panda nach Norden und der kleine Igel nach Süden. Der kleine Igel Boschi findet in einem angrenzenden Laubwald schnell einen Laubhaufen als Nachtquartier und der Panda findet eine Höhle, in der er nächtigen kann.
Boschi verlebt dort einige Tage, Wochen und Monate, doch dann wird es Winter und die Nahrungssuche zum Problem. Dem Panda geht es ähnlich, auch er konnte sich über mangelnde Nahrung nicht beklagen, bis es Winter wurde und kein Gemüse mehr zu finden war.
Der kleine Igel jedoch wandte einen Trick an: Er lockte mit dem Licht seiner Stehlampe viele Insekten an, so dass es ihm an Nahrung nicht mangelte. Als er richtig fett war, legte er sich schlafen, und überbrückte somit den Winter.
Der Panda hielt die Hungerkur nur noch einige Tage aus. Er musste feststellen, dass er die Wette verloren hatte.
Und die Moral von der Geschicht':
Als Igel gewinnt man Wetten im Schlaf, als Panda nicht.---------------------------------------------------------------------
II. Das vergessliche Känguruh
Von Alexander Klier
Es war einmal ein Känguruh (nach der neuen Rechtschreibung Känguru) namens, na sagen wir Urmel. Dieses Känguru war noch ganz winzig klein, so dass in ihre Bauchtasche (es war 'n Mädchen-Känguru) gerade mal'n kleiner Zettel passte. Diese Tatsache nutzte jedoch die Mutter aus, indem sie dem kleinen Urmel immer zum Einkaufen schickte und den Einkaufszettel in die Bauchtasche packte.
Urmel machte das aber nichts aus, denn sie mochte die Verkäufer im Kondi, welche ihm immer den Einkaufszettel vorlasen. Doch eines Tages gab ihr die Mutter einen besonders wichtigen Auftrag, sie sollte Sülze für ihren Vater kaufen. Guter Dinge machte sie sich auf den Weg, und pflückte am Wegrand sogar noch Blumen für ihre Mutter - doch das war ein verhängnisvoller Fehler, denn diese 15 Minten fehlten ihr und der Laden hatte bei ihrer Ankunft bereits geschlossen.
Urmel weinte bitterlich, denn sie wusste, dass sie großen Ärger bekommen würde, wenn sie die Sülze nicht besorgen konnte. In dem Moment hörte sie einen Stimme, die sagte "Weine nicht Du kleines Känguru, so schlimm kann das doch nicht sein - was hast du denn auf dem Herzen"?
Urmel drehte sich um, und erblickte eine winzige Kampfmaus. Urmel erzählte der Maus von ihrem Leid, und die Kampfmaus sagte, das ist doch alles halb so wild - ich besorge Dir ein Kilogramm Sülze, wenn Du mir etwas warme flauschige Wolle für mein Winterquartier besorgst und das Kilogramm Sülze trägst, weil das für mich zu schwer ist.
Urmel war ganz entzückt und dankte der kleinen Kampfmaus. Die kleine Kampfmaus besorgte ein Kilogramm Sülze bei einem Verwandten. Urmel war ganz glücklich und sagte der Maus, daß sie die Wolle so schnell es geht besorgt, dann ging sie nach Hause.
Die Sülze schmeckte dem Vater besonders gut, da sie schön zart war. Vor lauter Freude über die leckere Sülze, durfte Urmel an dem Tag länger spielen. Beim Spielen vergaß Urmel, die Wolle zu besorgen, und sie dachte auch in den folgenden Wochen nicht daran.
Die Kampfmaus aber dachte sich: "Urmel bringt mir die Wolle schon noch, da brauch' ich mir keine Sorgen zu machen." Die kleine Kampfmaus glaubte solange fest daran, dass Urmel ihr Versprechen einhält, bis es Winter wurde, und es zu spät war noch irgendwo Wolle aufzutreiben - die kleine Kampfmaus mußsse jämmerlich erfrieren.
Und die Moral von der Geschicht':
Verlasse Dich auf andre nicht !------------------------------------------------------------------------
III. Der einsame Gecko
Von Alexander Klier
Es war einmal ein kleiner Gecko Bernd. Dieser führte ein ganz normales Gecko-Dasein, bis eines Tages zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, an ihm vorbeigingen. Beide bemerkten den gutgetarnten Gecko nicht, da dieser sich blitzschnell der Umgebung anpasste. Die beiden erzählten sich Dinge, die den Gecko verwirrten.
Der Mann sagte: "Ich finde es echt schade, dass wir Hunderte von Kilometern auseinander wohnen und uns so selten sehen können.", darauf die sich an ihn anschmiegende Frau: "Na ja, ist ja halb so wild, schließlich gibt es ja das Internet, durch das wir auch über diese Entfernung binnen Sekunden miteinander reden können.".
Dann gingen die beiden weiter und der Gecko war so verdutzt, dass er sogar vergaß seine Tarnung aufrecht zu erhalten. Zum Glück kam zu diesem Zeitpunkt niemand mit feindlicher Gesinnung des Weges. Für Bernd war klar, dass er so ein Internet auch unbedingt haben musste, würde es ihm doch einige Wege ersparen. Zum Beispiel den Weg zum 2 km entfernten Briefkasten oder zur noch weiter entfernten Telefonzelle.
Also machte er sich auf den Weg, das Geheimnis um dieses wunderbare Netz zu erkunden. Jedoch belegte er vorher noch eine Reihe Selbstverteidigungs- und Kampfsportkurse, um unliebsamen Fremden nicht hilflos ausgeliefert zu sein.
Er lief über Berg und Tal, fragte jeden, der ihm in den Weg kam, doch niemand konnte ihm mit einer Auskunft behilflich sein. Als er schon zwei Wochen unterwegs war, immer noch mit unbändigem Willen, wurde er Zeuge eines dramatischen Ereignisses.
Eine Gruppe der berüchtigten Räubergeckos, schlug auf einen alten Gecko mit Krückstock ein. Bernd zögerte nicht lange und nahm sich diese Leute zur Brust, in dieser Situation kam ihm seine monatelange Vorbereitung im Kampfsport zu gute und die Bande verzog sich.
Der alte Gecko fragte ihn darauf, wie er ihm das danken könne. Bernd jedoch meinte, in höflicher Manier, es wäre schon gut und das, wonach er suche könne der alte Gecko ihm eh nicht besorgen. Da wurde der alte Gecko laut und sagte: "Unterschätze nie die Fähigkeiten eines alten Geckos!" und dann etwas leiser, ja fast flüsternd:
"Ich bin ein Zauberer, oder dachtest Du das wäre ein Krückstock? Wenn ja, dann liegst Du falsch, das ist ein Zauberstab und damit kann ich Dir jeden Wunsch erfüllen.". Da freute sich der Gecko aber und wünschte sich flugs einen Computer mit Internetanschluss und allem was dazu gehört. Außerdem wünschte er sich, dass er sogleich wieder zu Hause ist.
Kaum hatte er sich versehen, war er auch schon wieder zu Hause und zwar an seinem nagelneuen Computer. Fachzeitschriften lagen daneben. Bald wurde er ein Internetvirtuose und chattete was das Zeug hielt, so dass er bald viele Bekanntschaften im Internet hatte.
In seinem Freundeskreis wurde schon getuschelt, denn Bernd hatte fast überhaupt keine Zeit mehr für seine vielen Kumpels und vertraute seine Probleme und Sorgen nur noch fremden Geckos aus dem Internet an. Seine Freunde jedoch wandten sich mehr und mehr von ihm ab und bald stand er ganz alleine mit seinem Computer da.
Er dachte sich nichts dabei, denn er hatte mittlerweile unzählige Bekanntschaften im Netz. Doch merkte er nach einer Weile, dass die anderen Leute überhaupt nicht so auf seine Probleme eingehen können, wie seine Freunde, weil sie ihn gar nicht wirklich kennen. Und so wurde er immer trauriger und starb alsbald vor Einsamkeit.
Und die Moral von der Geschicht':
Vernachlässige wegen dem Internet deine Freunde nicht!***************************************************************
Gebt mir bitte Bescheid, ob Euch meine drei Fabeln gefallen haben: kliera@mailserv.rz.fh-merseburg.de
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