Der
arme Poet
Von Wolfgang Toge
So schleppt das Jahr
sich Tag für Tag vorüber
Und manche Mühsal flattert mir ums Ohr
Und mein Gesicht wird langsam alt, nicht klüger
Und eine Nase wächst daraus hervor
Es schneit der Staub auf Bücher, die ich früher
Voll wilder Hoffnung eilig las und fraß
Bemerkst du, hier fehlt eine Zeile
Und über meinen Träumen wächst schon Gras
Das heißt im Klartext: Sie sind schon gestorben
Und wurden mich auf diese Weise los
Die Blasmusik zupft Märsche auf Theorben
Das ist nicht sinnvoll, nein, es reimt sich bloß.
Ich hacke heute Sätze auseinander
Und zünde dann die kleinen Worte an
Ich koche mir mein Süppchen voller Stäbe
Und weiß nicht, ob man das verdauen kann.
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