a

vorja

Lesen bildet!

Der Erzähl-Club 

Der Treffpunkt für Autoren und Leser: 
Eure Texte im Web veröffentlichen!

Das Motto:
"Wer schreibt,
der bleibt"

Hier könnt Ihr die Kategorien der Erzähl-Club-Texte anklicken,
um einzelne Texte zu lesen:

Startseite

Kurzgeschichten

Erzählungen

Erinnerungen

Fabeln & Märchen

Gedichte

Essays

Romane

Web-Katalog

Erzähl-Club News

Gedichte von Calvin

Das Gewissen (eine Moritat)

Seit Jahren sitz ich nun schon hier

mit heut’ge Tage sind es vier

das Gewissen hört nicht auf zu fragen:

weshalb hast du den Mann erschlagen?

 

In manch schlafloser Nacht

traf mich die Frage mit aller Macht

die Bilder werd ich nie mehr los

wie find ich meinen Frieden bloß?

 

Ohne Speise waren Weib und Kind

wie es weiter ging wusste nur der Wind

ins Pfandhaus  lief ich im schnellen Lauf

der Wucherer kaufte nichts mehr auf

 

Ich bat ihn flehentlich um einen Heller

für einen schäbigen alten Teller

er lachte mir höhnisch ins Gesicht

"Den Teller, den begehr ich nicht"

 

Versteht mich doch, die Meinigen darben

zwei Kinder mir vor Hunger starben

weiß nicht mehr ein noch aus

werft mich doch bitte jetzt nicht raus

 

Ha, wenn alle bei mir betteln wollten

meine Taler mir alle aus dem Kasten rollten

nimm doch in den Teller ein paar Steine

so dass bei dir niemand mehr weine

  

Ergriffen hatt' ich mit schneller Hand

den Leuchter, der in der Nähe stand

ließ ihn auf sein Haupt niedersausen

die Leute sahn’s mit Grausen

 

Vorbei war schnell auch meine Wut

die Hände voll mit fremdem Blut

sank ich gar bald danieder

die Ohnmacht schloss mir schnell die Lider

 

Weshalb hast du den Mann erschlagen?

das Gewissen hört nicht auf zu fragen

genug der jahrelangen Qual

es bleibt ja nur der Tod zur Wahl

 

Diesen hanfnen Strick

leg ich mir ums Genick

----------

Man fand ihn erst am Morgen:

Hat er nun keine Sorgen?

*****

Zum Seitenanfang

Sag doch....

Hast du Ärger oder Frust
sag` doch: ich hab`nichts gewusst
sag`doch : das geht mich nichts an
was der andere hat getan

Sag`doch: dieser Info-Stau
betrifft bestimmt die EDV
sag`doch: es ist alles klar
(ob gelogen oder wahr)

Sag`doch: es geht ganz bestimmt
(obwohl`s dich gar nicht wunder nimmt )
sag`doch: ich hab` keinen Brief
auf der Post lief etwas schief..

Sag`doch: ich kenn`das Problem
( und lass ihn dann im Regen steh`n)
sag`doch:(ist auch nichts mehr ganz)
Dies liegt in der Toleranz

Sag`doch: das kann gar nicht sein
(und loch den Brief im Ordner ein)
sag`doch: das braucht seine Zeit
(der Aktenwolf der steht bereit)

Sag `doch: das ist Garantie
(behoben wird der Mangel nie)
sag`doch: bei ihrem Fall
bleiben wir, bestimmt, am Ball

Sag`doch: (in der grössten Not)
dieser Anschluss hier ist tot!
kannst du jetzt die Standardworte?
(ich kenn` noch mehr von dieser Sorte)

Gebrauch` die Worte und du wirst seh`n
es wird dir sogleich besser geh`n
die Sonne scheint für alle
und das in jedem Falle!

Zum Seitenanfang

*****

Das Licht

Ein Licht im Dunkel der Nacht

ein Glitzern wie tausend Sterne

oh welche mächtige Macht

die treibt dich in die Ferne

 

du bist des Wanderns müde

du magst schon lang nicht mehr

was weiter mit dir würde

wer sieht das schon vorher...

 

das Licht, es treibt dich weiter

die Beine werden schwer

du gehst auf goldner Leiter

es treibt dich keiner mehr...

      *****

Die Spinne

Die Spinne ist ein fleißig Tier

sie webt schon morgens um halb vier

die schönsten Netze wie aus Spitzen

die silbern in der Sonne glitzern.

 

Eine Fliege mit Gebrumm

summt schon um das Netz herum

Hei! wie wird das denn ausgehen

wird sie wohl das Netz noch sehen?

 

Doch im selben Augenblick

Ist sie schon im Netz verstrickt

Die Spinne denkt sich heiter

Die Fliegen werden nie gescheiter..

 

Worauf sie in aller Ruh

geht auf ihre Beute zu

und sich daran gütlich hält

sieh, das ist der Lauf der Welt...


Zum Seitenanfang