Das Gewissen
(eine Moritat)
Seit Jahren sitz ich nun schon hier
mit heut’ge Tage sind es vier
das Gewissen hört nicht auf zu fragen:
weshalb hast du den Mann erschlagen?
In manch schlafloser Nacht
traf mich die Frage mit aller Macht
die Bilder werd ich nie mehr los
wie find ich meinen Frieden bloß?
Ohne Speise waren Weib und Kind
wie es weiter ging wusste nur der Wind
ins Pfandhaus lief ich im schnellen Lauf
der Wucherer kaufte nichts mehr auf
Ich bat ihn flehentlich um einen Heller
für einen schäbigen alten Teller
er lachte mir höhnisch ins Gesicht
"Den Teller, den begehr ich nicht"
Versteht mich doch, die Meinigen
darben
zwei Kinder mir vor Hunger starben
weiß nicht mehr ein noch aus
werft mich doch bitte jetzt nicht raus
Ha, wenn alle bei mir betteln wollten
meine Taler mir alle aus dem Kasten rollten
nimm doch in den Teller ein paar Steine
so dass bei dir niemand mehr weine
Ergriffen hatt' ich mit schneller
Hand
den Leuchter, der in der Nähe stand
ließ ihn auf sein Haupt
niedersausen
die Leute sahn’s mit Grausen
Vorbei war schnell auch meine Wut
die Hände voll mit fremdem Blut
sank ich gar bald danieder
die Ohnmacht schloss mir schnell die Lider
Weshalb hast du den Mann erschlagen?
das Gewissen hört nicht auf zu fragen
genug der jahrelangen Qual
es bleibt ja nur der Tod zur Wahl
Diesen hanfnen Strick
leg ich mir ums Genick
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Man fand ihn erst am Morgen:
Hat er nun keine Sorgen?
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Sag doch....
Hast du Ärger oder Frust
sag` doch: ich hab`nichts gewusst
sag`doch : das geht mich nichts an
was der andere hat getan
Sag`doch: dieser Info-Stau
betrifft bestimmt die EDV
sag`doch: es ist alles klar
(ob gelogen oder wahr)
Sag`doch: es geht ganz bestimmt
(obwohl`s dich gar nicht wunder nimmt )
sag`doch: ich hab` keinen Brief
auf der Post lief etwas schief..
Sag`doch: ich kenn`das Problem
( und lass ihn dann im Regen steh`n)
sag`doch:(ist auch nichts mehr ganz)
Dies liegt in der Toleranz
Sag`doch: das kann gar nicht sein
(und loch den Brief im Ordner ein)
sag`doch: das braucht seine Zeit
(der Aktenwolf der steht bereit)
Sag `doch: das ist Garantie
(behoben wird der Mangel nie)
sag`doch: bei ihrem Fall
bleiben wir, bestimmt, am Ball
Sag`doch: (in der grössten Not)
dieser Anschluss hier ist tot!
kannst du jetzt die Standardworte?
(ich kenn` noch mehr von dieser Sorte)
Gebrauch` die Worte und du wirst seh`n
es wird dir sogleich besser geh`n
die Sonne scheint für alle
und das in jedem Falle!
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Das Licht
Ein
Licht im Dunkel der Nacht
ein
Glitzern wie tausend Sterne
oh
welche mächtige Macht
die
treibt dich in die Ferne
du
bist des Wanderns müde
du
magst schon lang nicht mehr
was
weiter mit dir würde
wer
sieht das schon vorher...
das
Licht, es treibt dich weiter
die
Beine werden schwer
du
gehst auf goldner Leiter
es
treibt dich keiner mehr...
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Die Spinne
Die Spinne ist ein fleißig Tier
sie webt schon morgens um halb vier
die schönsten Netze wie aus Spitzen
die silbern in der Sonne glitzern.
Eine Fliege mit Gebrumm
summt schon um das Netz herum
Hei! wie wird das denn ausgehen
wird sie wohl das Netz noch sehen?
Doch im selben Augenblick
Ist sie schon im Netz verstrickt
Die Spinne denkt sich heiter
Die Fliegen werden nie gescheiter..
Worauf sie in aller Ruh
geht auf ihre Beute zu
und sich daran gütlich hält
sieh, das ist der Lauf der Welt...