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EIN WALDSPAZIERGANG

Von Waldemar Schleicher

"Am 17. Januar diesen Jahres stürzte eine Boeing-757 in den pazifischen Ozean. Alle 258 Insassen starben. Alle. Bis auf einen. Nach viereinhalb Wochen fischten die Retter am 19. Februar den Postboten Harry Kunze aus dem Wasser. Lebend. Wir haben ein Exklusivinterview mit dem Überlebenden arrangiert. Was er empfand. Was geschah. Und wie es jetzt weitergehen soll - Siehe Seite 2."

Im Kopf von Klaus Fritsch schwirrten schon Ideen für den Aufmacher umher: "Harry Kunze - der Überlebende packt aus" oder "Der Todesflug - was wirklich geschah". Doch das klang zu hart und primitiv für das Titelblatt einer solch großen Zeitung. Guter Aufmacher - gutes Honorar und vielleicht ein fester Job, dachte der freie Mitarbeiter und angehende Jungjournalist. Verdammt gutes Honorar. Den Text für die erste Seite hatte er schon in seinen kleinen, karierten Notizblock gekritzelt. Nur noch ein Aufmacher... die Headline...

            "Harry Kunze erstmals interviewt - Schock nach 3 Monaten überwunden" Das war es! Das würde jeden Penner dazu bewegen, 40 Eurocent für die Zeitung zu blechen. Klaus Fritsch hatte den Artikel. Er hatte die Headline. Nun brauchte er nur noch das Interview...

            Das Taxi hielt an einem gepflegten Waldweg an. Zu beiden Seiten der Bundesstraße - Bäume. Dichte Laubbäume. Nur zur Rechten ein mit Kies bedeckter Waldweg. Ein weißes, rundes Schild mit rotem Kranz heischte Achtung.

            "Hier darf ich nimmer fahre! Alles zu! Geh bei Fuß weite!" sagte der Taxifahrer mit schwerem osteuropäischen Akzent.

            "Zu Fuß." stieß Fritsch gleichgültig hervor und steckte einen 50-€-Schein in die vorgehaltene Hand des Fahrers.

            "Stimmt so." fügte er hinzu, den Blick des Taxifahrers richtig deutend. Tatsächlich zeigte die Uhr nur etwas bei 35 € an. Fritsch sah schon Reichtum kommen, so erlaubte er sich etwas Großzügigkeit. Honorare für solche Megastories sollten ja astronomisch hoch sein, hatte er gehört.

            Ohne irgendwelche besonderen Gesichtsausdrücke stieg der Reporter aus. Er öffnete den Kofferraum, zog die schwere Ledertasche heraus, und kaum hatte er den Kofferraum zugeknallt, schnurrte der Motor und das Taxi war hinter der nächsten Kurve verschwunden.

            "Scheißpolen." dachte Fritsch bitter. "Undankbare Scheißpolen." Immer noch dem Taxi nachschauend, schleifte sich Fritsch runter von der Bundesstraße zum Waldweg. Es war 14 Uhr. Das Verbotsschild ignorierend, machte er sich auf den Weg zur Psychiatrischen Einrichtung für Schwere Traumen von Hannover. Zur PEST Hannover. Der momentanen Residenz von Harry Kunze.

Normalerweise dachte Klaus Fritsch, er würde die Natur mögen. Sie vielleicht lieben. Aber schon in der ersten Stunde seines Marsches konnte er nur noch eine Emotion für den Wald entdecken. Abneigung. Verachtung. Hass. Der gepflegte Steinweg war zu einem matschigen Kiesboden geworden(der sich beim Laufen anhörte wie das Knirschen von ungeputzten Zähnen), der Vogelgesang erschien einem mörderisch monoton und die schwere Ledertasche... sie war schwer.

Fritsch dachte daran, was er über die PEST wusste. Sie war eine Krankheit im Mittelalter. Haha. Scherz, nein, die PEST war gute 30 Kilometer von der nächsten Bundesstraße entfernt. Er hatte noch gute 6 Stunden Fußmarsch vor sich. Außerdem war sein Termin auf genau 21 Uhr festgelegt.

Vier Uhr. Zwei Stunden waren vergangen. Der Kies war zu sumpfartigem Schlamm gewandelt, der Fritsch um jeden Preis verschlingen wollte. Der Journalist wäre glücklicher, das Zähneknirschen zu hören als sich in diesem Dreck fortzuwälzen. Leider nichts zu machen. Die Bäume waren viel zu dicht, um auch nur ein dürres Afrikakind durchzulassen. Keine Chance, den Weg zu verlassen.

Halb fünf. Der braune Schlamm stand Fritsch schon bis zu den Knien. In dieser Stunde sang kein Vogel mehr (Gott sei dank), nur noch die Spechte klopften und hämmerten einen düsteren Takt in die Baumrinden (Gott sei verflucht). Des Journalisten Nerven stimmten bald ein in diese Melodie und pochten den selben Rhythmus als quälenden Kopfschmerz. Klopf. Klopf. Klopf. Klopf...

Seine Hose war bis zum Knie kackbraun vor Dreck. Es war schon fünf Uhr und in einigen Stunden würde es dunkel. Sollte er in der PEST Hannover übernachten, bei all den Irren, die ihre eigene Scheiße fressen oder sich Schnürsenkel in die Nase stopfen, oder sollte er nach dem Interview die halbe Nacht lang zurück nach Hannover latschen, dort noch drei Stunden auf dem Bahnhof schlafen und dabei für sein feines Jackett abgestochen werden?

Der Gedanke an diese reiche Auswahl zauberte einen Ausdruck  auf Fritschs Gesicht, der nur eines sagte: Zum Kotzen.

Halb sechs. Die Tasche war wirklich schwer. Fritsch konnte jeden Knochen, jeden Muskel, jede Faser seines rechten Armes fühlen. Die Tasche war verdammt schwer. Die Schuhsohlen der sündhaft teuren Boots lösten sich schon auf, so schien es. Um sich aufzumuntern, sang er schon Wanderlieder. Doch das machte die Lage nicht besser. Ganz im Gegenteil, Fritschs Laune wurde abgrundtief schlecht und er begann, lustige Dreizeilengedichte zu erfinden. Zum Beispiel

Der Weg - blutrot,

Der Klaus ist tot,

Die Fresse liegt im Schlamm.

oder auch

Die Spechte fallen

Unter Qualen

Brennend in den Dreck.

Und es hörte nicht auf.

Sechs Uhr. Schon vier Stunden war Fritsch unterwegs. Walnussgroße Blasen hatten sich auf seinen Füßen gebildet und sein rechter Arm war schon irgendwie taub. Es regnete. Es half nicht gerade. Jeder Regentropfen schlug ein wie eine schwere 20mm-Maschinengewehr-Kugel, Fritschs Kopfschmerzen waren in eine einzige Folterorgie ausgeartet. Und welcher Hurenbock baut eine psychiatrische Anstalt 30 Kilometer in den Scheiß-Wald?

Halb sieben. Es war kein Regen mehr. Es war ein gottverdammter Monsun. Fritsch versank im schlammigen Weg und jeder Lebenswille hatte ihn verlassen. Doch er durfte nicht aufgeben. Er MUSSTE um Punkt 21 Uhr in der PEST Hannover erscheinen. Termin. Harry Kunze war geistlich noch lange nicht wieder da, und würde Fritsch nicht kommen, würde Kunze wieder in die Tiefen der PEST abgeführt. Bis Ende des Jahres keine Besuche mehr. Fritsch musste es einfach bis dahin schaffen...

Auf den Schlag sieben. Fritsch fragte sich nun, ob es das alles wert sei. Die hohen Honorare... der Job... alles nur Gerüchte... nichts handfestes... Auf einmal kam er sich selbst unglaublich verblödet vor. Wahrscheinlich hatten ein paar gehässige Kollegen sich einen Streich überlegt, ein Gerücht verbreitet, um den Ehrgeiz des nimmermüden Klaus Fritsch anzuregen.

Mach 'ne Titelstory, und du kriegst einen Job, da ist jeder Artikel das Zehnfache wert. Ja, so hatte er es gehört. Genau so. Warum denn nicht, sie waren ja schon alte Hasen, sie mussten es ja wissen.

Für sein blindes Vertrauen ging er nun an die Grenzen seines Körpers. Denn es war kein Regen. Es war kein Monsun. Es war die Sintflut. Scheiße. Fritsch dachte, nun mitten in einem Fluss zu stehen. Oder in einem fließenden Meer.

Bis zum Knie floss das Wasser. Den Weg zu verlassen und im trockeneren Wald weiterzugehen war unmöglich, denn die Bäume standen immer dichter beieinander. Seine Tasche hatte Fritsch schon aufgegeben und sie im Schlamm liegengelassen. Da war ja nur ein Laptop für 2 000 € und sein einziges Rasiergerät. Wenn's weiter nichts ist.

Aber die zukünftigen Honorare würde die Verluste decken, ja, gar ein ganzer Reichtum würde letztendlich als Gewinn herauskommen. Das klang nun sehr utopisch in seinen Ohren. Verdammt utopisch. Und wer hatte ihm versichert, dass das Interview mit diesem... diesem Kunze eine Titelstory werde? Scheiße, niemand!

Für das Wort eines Niemand opferte er sich auf. Opferte sich und all sein Geld. Er hatte alles auf ein Pferd gesetzt. Er war nicht verheiratet. Hatte keine Kinder. Nur eine Zweizimmerwohnung in Dortmund und Ersparnisse von gut 10 000 €. Ein guter Teil davon war jetzt draufgegangen, um einen Hinterwäldler zu beeindrucken, der wohl kaum noch einen Löffel halten konnte.

Alle sagten, der Eindruck, den man auf den Gegenüber macht, ist wichtig, sehr wichtig. Verdammt wichtig. Aber doch nicht lebenswichtig! Wenn Klaus Fritsch je nach Dortmund zurückkehren würde, wovon würde er dann leben?

Von Bierdeckeln? Wenn ja, wo sollte er sie dann hernehmen? Es gab also nur eine Möglichkeit: Er macht das Interview um neun Uhr oder er kann sich abhaken. Sekt oder Selters, Baby.

Halleluja,

Heut' gibt's Soja,

Und Suppe voll mit Bärenblut.

Das tut gut.

Gegen halb acht hatte Fritsch fast wieder neuen Mut gefasst. Doch ein eiskalter Fluss, der einem bis zur Gürtellinie steht und so schnell wie eine Autobahn fließt, ist nicht gerade der perfekte Ort für Courage. Außerdem blies ein Wind durch den Wald, der Berge hätte versetzen können. Und er versetzte wohl auch. Der Fluss wurde auf einmal braun, dann schwarz. Steine schwammen.

Es müssten ein paar Hügel umgeweht worden sein, die sich im Wasser aufgelöst hatten. Ab und zu passierten Baumstümpfe oder Tierkadaver den entkräfteten Journalisten. Den angehenden Journalisten Klaus Fritsch. Mitte zwanzig.

Er fühlte seine Beine nicht mehr, umso mehr überraschte es ihn also, dass er sich gegen den Strom fortbewegen konnte. Als eine dicke Eiche vorbei trieb, spielte er mit dem Gedanken, sich festzuklammern und sich so zurück zur Bundesstraße tragen zu lassen.

Aber das Geld... Wenn schon. Er könnte sich mit Hungerlohnjobs über Wasser halten und in der Nacht Schwarzarbeit verrichten. Aber er würde leben. Wie man's nimmt, ein Leben wäre es nicht mehr. Er würde atmen. Doch er hatte ein Ziel: Wohlstand. Eine normale, halbluxuriöse Existenz als Bürger der Mittelschicht. Die Wohnung in Dortmund verlassen. Ein Haus auf dem Land... Eine hübsche Frau, dachte Fritsch, zehn Kinder. Jedes mit sechs Armen und grünen Hasenohren. Don't worry... Be happy...

            "Was gibt es heute zu essen, Mami?" sagt der kleine Tommy.

            "Schnürsenkelsuppe." sagt Mama Heinz freundlich und holt einen Topf knuspriger, nahrhafter Schürsenkel in Champignonsoße vom Herd.

            "Au ja, Schnürsenkel!" jubeln Maria, Anna, Heinrich und Niclas aus dem Wohnzimmer.

Fritsch war müde. Er merkte es jedoch nicht, dazu war er zu müde. Acht Uhr. Die Dunkelheit begann sich langsam über den Wald zu legen. Seine Beine wurden zu Beton. Sein Kopf zu einem Schlachtfeld. Die Schlacht um die Nervenbrücke. Die zwischen den Hirnlappen. Strategisch wichtig. Unentbehrlich.

Auf einer Seite - Feldmarschall Folter und seine berüchtigte Kopfschmerzarmee. Auf der anderen Seite - General Adidas und das Heer des Wahnsinns, überwiegend frittierte Schnürsenkelrekruten. Von Schnürsenkeln für Schnürsenkel.

Haha. Nun fragte er sich ernsthaft, ob er nicht in der PEST Hannover bleiben sollte. Eine Nacht lang. Zwei Nächte... Zwei Jahre... Die Grundvoraussetzung für einen dauerhaften Aufenthalt in der Psychiatrischen Einrichtung für Schwere Traumata hatte er schon: Er hatte den Verstand verloren.

Halb neun. Es war schon sehr dunkel. Alles, was Fritsch jetzt wahrnahm, war Wasser. Unten Wasser, oben Wasser, links Wasser, rechts Wasser. Ach ja, ich ertrinke, dachte Fritsch gemütlich. Was? Blitzschnell schoss Geistesgegenwart durch seinen Kopf. Ich ertrinke? Er sprang auf. Bis zu seiner Brust stand Wasser. Wasser. Wasser überall. Verwirrt war Fritsch. Dann erinnerte er sich: es regnete.

Er ertrank nicht mehr, konnte atmen ohne Wasser in die Lunge zu bekommen. Gut. Doch er hatte es satt. Er hatte den Wald satt. Den Regen. Den Dreck. Sein Leben. Den Kopfschmerz. Seinen Job. Aber gegrillte Schnürsenkel am Spieß, einen halben Pfund Nike-Schnürsenkel um einen rostigen Stock wickeln, in Olivenöl tunken und drei Stunden durch...

            Nur nicht den Verstand verlieren, Opa. Sei beisammen. Bist du Mann oder Memme? Memme. OK, sei aber trotzdem beisammen. Erkennst du die Wurzel deines Leidens, alter Mann? Ja, die Schnürsenkel(Fritsch griff mit der linken Hand ins Wasser und holte zwei lange, schwarze, verschimmelte Schnürsenkel heraus. er verschlang diese, ohne zu kauen). OK, jetzt haben wir die Schnürsenkelfrage gelöst, was nun? Schmeckt etwas trocken(Fritsch warf die rechte Hand aus und erwischte eine Eichhörnchenleiche. Er hob sie hoch und schlürfte ihr mit Regen verdünntes, schmutziges Blut wie edlen Wein). Jetzt hast du getrunken, aber wer soll für das alles bezahlen? Gott. Wer irdisches... Die Kollegen. Aber die sind jetzt nicht hier. Kunze. Genau. Harry Kunze. Er wird bezahlen...

            "Love me tender" summend, die Augen geweitet, das Eichhörnchenblut auf den Wangen, watete Fritsch unaufhaltsam auf die PEST Hannover zu. Vorbei an einem halben Dutzend zerweichter Fuchsüberreste, vorbei an roten Dachziegeln(Gott, lass es Blut sein. Bitte, Gott, lass es ihr Blut sein). Bis er ankam.

Es war neun Uhr. Eine zwei Meter hohe Betonmauer mit Stacheldraht. Der Hof war nur feucht, ja, stellenweise sogar furztrocken. Der Regen war in ein raffiniertes Abwassersystem geflossen(Warum haben die so was nicht im Wald?). Stahltor. Zwei Wachen in einem Wachhäuschen mit schusssicherem Glas. Beide bewaffnet. Immer noch bis zum Oberkörper im Wasser, stellte sich Fritsch vor eines der Glasfenster vom Wachhaus.

            "Lasst mich rein." sagte Fritsch. Ehrlich gesagt war er sehr überrascht, dass er seine Zunge noch nicht verschluckt hatte. Soweit er sich erinnern konnte, hatte er es einige Male versucht, und, soweit er sich erinnern konnte, war es ihm gelungen. Doch sie war da. Wie man sich doch irren kann. Scheiße.

Ziemlich verwirrt schauten die Wachen den Journalisten (oder was noch von ihm übrig war) an und brachten keinen Ton heraus. Fritsch, seinen Blick nicht vom Fenster wendend, ging einige Schritte zurück und ertastete mit seinen Füßen einen großen Stein. Er hob diesen aus dem Wasser (welches jetzt schon bis zu seinen Schultern reichte).

            "Lasst mich rein." sagte er drohend, sich inzwischen vollkommen der Tatsache bewusst, seine Zunge nicht verspeist zu haben (Scheiße, Scheiße, Scheiße! Scheiße!). Die Wachen, voll auf ihr Glas vertrauend, schmunzelten nur und zogen sich diskutierend zurück. Fritsch hob den Stein und schlug ihn mit voller Wucht gegen das Glas. Keine Wirkung. Die Wachen lachten auf. Fritsch schlug noch mal zu. Wieder nichts. Doch er gab nicht auf. Er musste da rein. Er MUSSTE.

So hob er den Stein erneut. Die ganze Statur einsetzend, haute Fritsch den Stein mit einer Kraft von zwanzig Elefanten gegen die Fensterscheibe. Ein lautes Klirren. Ein mächtiger Riss bildete sich im Glas. Die Wachen sprangen auf, verteilten sich am Fenster, luden ihre Waffen. Der Linke öffnete das Fenster. Fritsch gab für sie eine tolle Zielscheibe ab.

            "Lass den Stein fallen, Penner." sagte der Rechte.

            "Nimm ihn dir doch!" schrie Fritsch und katapultierte den kleinen Felsen durch das Fenster. Der rechte Wachmann ließ die MP fallen und sank auf dem Boden zusammen. Sein Gesicht schaute traurig auf den Rücken. Der andere Wachmann konnte nur noch 5 Schuss, allesamt Volltreffer, abgeben, bevor der Irre durch das Fenster hechtete und ihm auf den Hals biss. Des Mannes Gurgel sprudelte Blut (kostbar... kostbar...) wie ein Springbrunnen und Fritsch hatte die Waffe in seinen Händen. Er schlug auf den Kopf. Und er schlug erneut. Und noch mal. Und noch mal...

Als Fritsch aufhörte auf den toten Wachen einzuprügeln, war sein Kopf weich wie ein Teigkloß. Nur noch einer bis zum Glück: Harry Kunze.

Als Klaus Fritsch, ehrgeiziger und viel versprechender Jungjournalist Mitte zwanzig in der Empfangshalle ankam, hatte er schon zehn Krankenschwestern und Ärzte tot gebissen oder erschlagen.

            Sie werden an dich denken... Don't worry... Mann, du hast die Titelstory! "Junger Journalist jodelt jauchzend jüdische Jubelrufe!" Hahaha. Sehr komisch. Wirklich sehr, sehr ko...

            Es gibt kaum einen Menschen auf dieser Welt, der fünf Schüsse in die Lunge so lange einstecken konnte. Das Letzte, was Klaus Fritsch, sah, war ein zu Tode erschrockener, jedoch längst nicht toter Harry Kunze und zwei tote Krankenpfleger auf dem Boden. Letztere ohne Schnürsenkel. Ein Mann muss doch auch was essen. Dennoch war er hungrig verendet. Na und.

            Be happy...

 

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