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Was bleibt Von Joachim Dethlefs Wild riss der Dackel an seiner Leine, als er das Wasser sah. „Ja, ist ja schon gut.“ Sie öffnete den Karabinerhaken an seinem Halsband. Er sprang sofort in die kühlen Fluten der Elbe und führte ein Theater auf, das sie zum Lachen brachte. Nach seinem Bad folgte eine Tour auf dem Land. Lene schlenderte hinter ihm den Strand entlang. Ihre nackten Zehen gruben sich in den Sand. Der Dackel lief auf einen Mann zu, der am Ufer saß. Er war alt. Sie zweifelte, ob er es überhaupt schaffen würde wieder allein aufzustehen. Zärtlich und bedächtig strichen seine Hände über das Fell des Hundes. „Ich war fünfzehn, als meine Mutter starb,“ sagte er. Er blickte sie an. Sie stand unschlüssig vor ihm und wusste nicht, ob sie weitergehen sollte. „Es muss ungefähr gewesen sein, als Du geboren wurdest, dass ich hier zum letzten Mal mit meiner Frau saß. Dann ist sie von mir gegangen.“ Lene war sich sicher, dass sie nichts mehr hören wollte, aber der Hund machte keine Anstalten zu gehen. Die Hand des Mannes streichelte ihn sanft über das raue Fell. „Ich hatte auch so einen Dackel. Er wurde überfahren. Ich habe ihn in unserem Garten begraben.“ Stille. Nur das Rauschen des Wassers war zu hören. In der Ferne hörte man das Nebelhorn eines Tankers oder Frachters. „Das tut mir leid,“ sagte Lene. Sie legte dem Dackel wieder die Hundeleine an. Der Mann nickte.„Jedes mal wenn ein liebendes Wesen mich verlassen hatte, fühlte ich mich allein.“ Er blickte ihr in die Augen. Er lächelte. „Leider ist nichts für ewig,“ sagte Lene mit vorsichtiger Stimme. „Nein,“ er schüttelte lachend den Kopf, „es gibt Dinge, die sind immer für einen da!“ Stille. „Sie geben einem den Halt, der so wichtig ist zum Leben.“ Er griff eine Handvoll Sand und ließ ihn zwischen seinen Fingern zerrinnen. „Und was sind das für Dinge?“ Lene war neugierig. Der Mann streckte seinen Arm aus und machte eine ausladende Bewegung. Er deutete auf den Strand, das Wasser, auf die Pflanzen und Bäume hinter ihm. Ruhig und sanft spülten die Wellen auf den Strand, wie sie es schon immer getan hatten. ***** Zum Seitenanfang |