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Ein Weihnachtsmärchen

Von Christina Telker

Das Jahr neigte sich dem Ende zu. Weihnachten stand vor der Tür.

Das Christkind verteilte an seine Helfer, die Weihnachtsengel, ihre Aufgaben, die sie auf der Erde zu erfüllen hatten. „Bald ist Weihnachten“ begann das Christkind seine Erklärung „alle Kinder auf der Erde wollen zum Fest etwas auf dem Gabentisch vorfinden.“ 

„ Ob ich wohl auch diesmal mit auf die Erde darf“ fragte sich Engel Pit im stillen. Da rief das Christkind auch schon „Pit, du darfst diesmal auch mit zu den Kindern. Du bist jetzt groß genug, hast die letzten Jahren aus dem Himmel zugesehen wie die anderen Engel ihre Aufgaben auf der Erde erfüllen. Traust Du Dir zu, selbstständig auf der Erde Geschenke zu verteilen?“ „Aber natürlich, liebes Christkind „ antwortete Pit „ schon lange habe ich mir gewünscht auf die Erde zu kommen.“  „Na dann mal los“ sagte das Christkind. „Ich habe für Dich ein Forsthaus am Rande der Stadt ausgesucht. Dort ist es nicht so gefährlich wie in der Stadt, mit dem vielen Verkehr. Immerhin ist alles neu für Dich und Du musst erst lernen Dich auf der Erde  zurecht zu finden. Hier hast Du die Adresse.“ „Danke“ sagte Pit „ ich werde Dich gewiss nicht enttäuschen.“ Pit entfernte sich um sich auf seinen ersten Auftrag vorzubereiten. Die anderen Engel standen dem Christkind gegenüber um Ihre Aufträge in Empfang zu nehmen

Pit las sich seinen Zettel ganz genau durch. Drei Kinder wohnten im Forsthaus. Sie hießen Bernd, Klaus und die kleine Uschi. Bernd sollte ein

   Fahrrad bekommen. Pit suchte ein besonders schönes aus und schmückte es mit bunten Bändern am Lenker. Klaus hatte sich Bausteine   gewünscht. Pit suchte welche aus, die Zahlen und Buchstaben aufgedruckt hatten. Klaus würde im nächsten Jahr zur Schule kommen, sah Pit, so konnte er schon mal mit Buchstaben und Zahlen umgehen lernen.  Nun galt es nur noch für Uschi etwas zu besorgen. Ein Puppenwagen  meinte Pit, sei genau das Richtige. Nun noch eine kleine Puppe  zum Reinlegen in den Wagen. So nun könnte es losgehen dachte Pit und wollte gerade alles einpacken. Da kam das Christkind zu ihm um sich anzusehen, was Pit so mitnehmen wollte auf seinem Flug zur Erde. 

„Pit“ , sagte es, „hast Du nicht etwas vergessen?“ „Wieso?“ fragte Pit „Ich habe ein Fahrrad für Bernd, Bausteine für Klaus und Puppe mit Puppenwagen für Uschi. Ist das nicht genug?“ „Nein, das ist nicht genug. Überlege doch noch einmal, ob nicht etwas fehlt.“ „Da fällt mir aber so gar nichts ein.“ antwortete Pit.

 „Na da werde ich Dir mal auf die Sprünge helfen“ , antwortete das Christkind. „Die Erwachsenen, zum Beispiel die Eltern der Drei hätten auch gern was zum Fest“ „Du liebe Zeit, nur gut, das Du mich noch erinnert hast“ meinte Pit. „Was nehmen ich nur „ überlegte es angestrengt.

Immerhin ist Weihnachten, also werde ich der Mutter einen

Nussknacker schenken sicher wird sie sich darüber freuen. Für den Vater fiel ihm etwas ganz besonderes ein. „Wie wäre es, wen ich ihm etwas lebendiges schenke“, dachte Pit. „Hei, das wird eine Überraschung, wie wäre es mit einem Papagei?“ „Ja ich nehme einen Papagei“ beschloss er. Packte seinen  Schlitten  und machte sich auf den Weg zur Erde. Er landete direkt auf einer Waldlichtung. Die Sterne funkelten am Himmel und leuchteten Pit auf dem Weg zum Forsthaus. Von weitem sah er schon das Licht in den Fenstern. Als er näher kam .hörte er Weihnachtsmusik. Ein wunderschöner Tannenbaum stand in der Nähe des Fensters, so dass Pit ihn schon von weitem leuchten sah. 

Da Pit noch nie zuvor auf der Erde gewesen war, ließ er sich etwas Zeit um sich Alles genau anzusehen. Vorsichtig packte er seinen Schlitten aus und legte alle Geschenke vor die Haustür. Da es die Heilige Nacht war. schlug der Hund des Försters nicht an, sondern beobachtete nur staunend das Treiben. 

Als Pit alle Geschenke hübsch angeordnet hatte, läutete er sein Glöckchen. Die Kinder im Hause wurden unruhig „Mutti, Mutti „ riefen sie „hörst Du nicht, da draußen hat es geläutet?“ „Wer soll denn da läuten „ fragte die Mutter „Das ist der Klang der Abendglocken der von der Stadt herüberweht“ 

„Aber nein, Mutti, Höre doch mal richtig hin“ riefen die Drei wie im Chor. Da hielt die Mutter einen Moment in der Arbeit inne und lauschte nach draußen. „Tatsächlich „ sagte sie „jetzt höre ich es auch. Es ist ja so ein feines Läuten, dass man es kaum hören kann.“ 

„Mutti komm lass uns nachsehen was das läuten zu bedeuten hat!“ rief der größte und mutigste der Drei. „Na kommt wollen wir mal sehen was da draußen los ist.“  Jeder wollte der Erste sein und die Mutter musste sie erst einmal ermahnen , dass nicht Einer den Anderen umrannte. Und nun sahen sie die ganze Herrlichkeit, staunten und jubelten vor Freude. In dem Moment kam auch der Vater aus der Stadt nach Hause. Er war noch auf dem Forstamt gewesen und freute sich jetzt mit seinen Lieben über die gelungene Weihnachtsüberraschung.

Das Engelchen war inzwischen weiter gegangen. „Oh, wie ist es doch dunkel hier unten“ dachte Pit. „Wie komme ich nur wieder in den Himmel. Da wollte ich so voreilig und schnell runter zur Erde und nun finde ich den Weg nicht mehr zurück. 

Fast hätte es angefangen zu weinen. Da hörte es von weitem ein Rauschen und drehte sich um. Da sah es den Weihnachtsmann mit seinem Renntiergespann direkt auf sich zukommen. Der Mond leuchtete gerade etwas durch die Wolken. So sah der Weihnachtsmann den kleinen Pit dort am Waldrand stehen und hielt an. 

„Na Du Kleiner, wo willst Du denn hin?“ „Ich war im Forsthaus“  erzählte Pit  „aber als ich nun wieder nach Hause wollte fand ich den Weg nicht mehr“. „Na dann steig mal ein „ meinte der Weihnachtsmann. „Ich nehme dich ein Stück mit , ich bin zwar noch nicht ganz fertig mit der Arbeit, aber bist zu der großen Lichtung kannst Du mitkommen. „“Danke“ sagte der kleine Weihnachtsengel und fuhr mit. 

Als sie die Lichtung erreicht hatten hielt der Alte an und ließ Pit aussteigen. „Frag mal die Eule die ist schlau, vielleicht kann sie dir weiterhelfen“ meinte er noch zum Abschied. Nun stand Pit wieder alleine da .Es dauerte jedoch nicht lange, da erblickte Pit ein zartes Funkeln. „Was kann das nur sein „ dachte er. “Pit, hallo Pit“ hörte er ein zartes Stimmchen und erkannte fast neben sich den kleinen Engel Flick . „Wie kommst Du denn hier her?“ fragte Pit und freute sich über alle Maßen.

„Du hast deinen Stern im Himmel vergessen „ antwortete Flick. „Da hat mich das Christkind hinter dir her geschickt um dich zu suchen, ohne Deinen Stern kommst Du nämlich nicht mehr nach oben.“ „Oh, danke, danke Flick“ rief Pit erfreut. „Komm dann wollen wir schnell machen, dass wir nach Hause kommen damit das Christkind nicht noch länger auf uns warten muss. Als sie den Himmel erreichten, kam ihnen gerade ein Engel mit einem wunderschönen Weihnachtsbaum angeflogen um ihn aufzustellen. Jetzt.nachdem alle Engel ihre Arbeit auf der Erde verrichtet hatten, erhielten sie hier oben auch vom Christkind ihre Bescherung. Pit blinzelte dem Christkind noch einmal extra zu und Pit wusste schon warum.

Die drei Kinder aus dem Forsthaus haben diesen besonderen Weihnachtsabend ihr Leben lang nicht vergessen.

 

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